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Schüler erstochen: 16-Jähriger wegen Mordes vor Gericht

Justitia
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv © deutsche presse agentur

Am Dortmunder Landgericht hat am Donnerstag der Mordprozess gegen einen 16-jährigen Jugendlichen aus Lünen begonnen. Der Angeklagte soll am 23. Januar auf einem Flur in der von ihm besuchten Gesamtschule einen 14 Jahre alten Mitschüler erstochen haben. Nach den Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei war der Schüler schon zuvor mehrmals durch aggressives Verhalten aufgefallen. Die Verhandlung vor der Jugendstrafkammer findet aufgrund des Alters des Angeklagten ohne Zuschauer statt. Die Eltern des Opfers durften jedoch in den Saal. Nach Abschluss des ersten Verhandlungstages weinten sie auf dem Gerichtsflur.


Quelle: DPA

Die Polizei konnte den 16-Jährigen nach einer kurzen Flucht schnell fassen und festnehmen. Noch am selben Tag gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass der Schüler schon früher durch aggressives Verhalten aufgefallen sein soll. Zwischenzeitlich habe er sogar als "unbeschulbar" gegolten und sei deshalb aus dem normalen Unterrichtsbetrieb der Schule herausgenommen worden. Anfang des Jahres sollte aber offenbar ein neuer Anlauf in Richtung Normalität unternommen werden. Auf einem Flur im Schulgebäude kam es dann jedoch zu der tödlichen Bluttat.

Bei seiner Vernehmung durch die Polizei soll der 16-Jährige erklärt haben, das spätere Opfer habe seine neben ihm auf dem Flur stehende Mutter provozierend angeschaut. Für den Prozess hat das Dortmunder Landgericht zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt. Zuschauer sind wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten nicht zugelassen.

Der Schulleiter hatte nach der Tat zahlreiche Hassmails, aber auch ausdrückliche Solidaritätsbekundungen aus der Elternschaft bekommen. Für die Gesamtschule mit ihren knapp 1000 Schülern habe die Bluttat einen dauerhaften Einschnitt gebracht, sagte der Schulleiter nach der Tat. Die Schule habe einen Teil ihrer Unbefangenheit verloren: "Unsere Schule wird nie wieder dieselbe sein wie vorher."


Quelle: DPA

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