Drastische Corona-Maßnahme der Bezirksregierung

Maske vergessen: Dortmunder Schüler von Abschluss-Prüfungen ausgeschlossen

Maske vergessen: Dortmunder Schüler von Abschluss-Prüfungen ausgeschlossen
Maske vergessen: Dortmunder Schüler von Abschluss-Prüfungen ausgeschlossen
© RTL

08. Juli 2020 - 10:21 Uhr

Knallhart-Strafe für kurze Unachtsamkeit

Weil der 18-jährige Ari A. aus Dortmund nach seiner Abschluss-Prüfung vergaß, den Mund-Nase-Schutz aufzusetzen, soll ihn das jetzt seine Mittlere Reife kosten.

Zusammenkunft nach geschaffter Prüfung

Diese harte Strafe verhängte die Bezirksregierung Arnsberg gegen den 18-Jährigen, berichtet Bild. Der Schüler hat gegen die Entscheidung Rechtsmittel eingelegt.

Das war passiert: Wie die Zeitung schreibt, besucht Ari A. die zehnte Klasse einer Schule in Dortmund. Am 17. Juni stand die Abschlussprüfung im Fach Mathe an. "Das ist mein Lieblingsfach. Mir fielen die Aufgaben leicht. Als ich fertig war, ging ich mit ein paar Kumpels auf den Flur. Wir waren gut drauf, erleichtert, es hinter uns zu haben", sagte der Schüler zu Bild. Das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung vergaß die Gruppe junger Menschen.

"Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht"

Daraufhin sei eine Aufsichtsperson gekommen, die die Schüler wegen des Lärms und der fehlenden Masken ermahnte. "Lachend habe ich sie aufgesetzt. Dann sind wir raus, ich habe mir nichts weiter dabei gedacht", so der Schüler weiter.

Nach nur zwei Tagen erhielt Ari A. einen erschütternden Brief von der Bezirksregierung: "Hiermit schließe ich Sie von der weiteren Teilnahme am Prüfungsbetrieb aus", hieß es in dem Schreiben. Der 18-Jährige konnte es nicht fassen, entschuldigte sich prompt: "Ich habe sogar angeboten, die Schule zu putzen. Ich brauche doch den Abschluss. Ich habe schon einen Platz an einem Berufskolleg in Bochum. Da will ich mein Fach-Abi machen, um Polizist zu werden."

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Schüler reicht Klage ein

Gemeinsam mit einem Rechtsanwalt möchte der Schüler nun gegen die Entscheidung vorgehen. Rechtsanwalt Nicolas Schubert sagte zu Bild: "Einem jungen Mann wegen eines solchen Verstoßes die Zukunft zu verbauen, ist völlig unverhältnismäßig."

Bezirksregierung sieht keinen Handlungsspielraum

In einem Schreiben des Dezernats für Schulrecht an den Anwalt des jungen Mannes, das RTL vorliegt, erklärt die Bezirksregierung Arnsberg nun, dass eine Aufhebung des Bescheides nicht in Frage kommt. "Tatsächlich ist es so, dass Ihr Mandant bis zum heutigen Tage situationsinadäquate Verhaltensweisen an den Tag legt, etwa in Form seines eigenen Kommunikationsverhaltens oder in Form der Einschaltung von Dritten", heißt es darin. Und: "Diese Verhaltensweisen dokumentieren, dass Ihr Mandant dazu bereit ist, die eigenen Interessen ohne Rücksicht auf berechtigte Belange anderer Personen zu verfolgen."

Die Bezirksregierung betont, dass es sich bei der vergessenen Maske nicht um eine "geringfügige Missachtung von Hygienevorschriften" handelt, sondern erhebliche Infektionsgefahren entstehen. Im ursprünglichen Schreiben (liegt RTL ebenfalls vor) hatte die Bezirksregierung zudem erklärt, dass Ari A. der zweifachen Anweisung einer Lehrerin, auf dem Schulgelände eine Maske zu tragen, nicht gefolgt sein soll.