Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn

Schreibtisch von Walter Lübcke kommt ins Museum

Der Politiker wurde in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses erschossen.
Der Politiker wurde in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses erschossen.
© deutsche presse agentur

22. April 2021 - 10:18 Uhr

Im Sommer 2019 wurde der Kassler Regierungspräsident Walter Lübcke auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen-Istha erschossen. Jetzt werden einige Einrichtungsgegenstände aus seinem Büro an das Haus der Geschichte in Bonn übergeben.

An diesem Tisch entstand Lübckes Vortrag von Lohfelden

Dazu zählt vor allem der Schreibtisch, von dem aus Lübcke seit seinem Amtsantritt 2009 bis zu seinem gewaltsamen Tod im Juni 2019 die Geschicke des Kasseler Regierungspräsidiums gelenkt hat. An dem Schreibtisch sei auch eine Power-Point-Präsentation zu Lübckes Vortrag entstanden, den der CDU-Politiker in Lohfelden bei Kassel im Oktober 2015 hielt.

Der Vortrag selbst sowie einige Objekte von Lübckes Schreibtisch wie ein Aufsteller mit den Fahnen von Hessen, Deutschland und Europa seien ebenfalls an das Haus der Geschichte gegangen, erklärte das RP.

"Wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen"

Lübcke hatte bei der Bürgerversammlung in Lohfelden Pläne zur Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft vorgestellt. Als Reaktion auf Schmähungen von Störern im Publikum hatte er die Sätze geäußert: "Es lohnt sich, in unserem Land zu leben. Da muss man für Werte eintreten. Wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Es ist die Freiheit eines jeden Deutschen." Lübckes Äußerungen sollen Auslöser für seine Ermordung gewesen sein. In der Nacht zum 2. Juni 2019 wurde er auf seiner Terrasse von dem Rechtsextremen Stephan Ernst erschossen.

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Dauerausstellung zum Thema Rechtsextremismus in Deutschland

Das Haus der Geschichte ergänze mit den Objekten aus dem Nachlass Walter Lübckes seine Sammlungen zur Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in Deutschland, hieß es. In einer Dauerausstellung des Museums für Zeitgeschichte sind demnach unter anderem Exponate zu den rechtsextremen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im August 1992, dem Brandanschlag auf ein von türkischen Familien bewohntes Haus in Mölln im November 1992 sowie von einem Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), zu sehen.

Quelle: DPA

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