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Schrecklicher Unfall: Beste Freundin tötete ihre Tochter (†1) - jetzt ist Brynn wieder schwanger

"Werde nie den Moment vergessen, als ich Rowyns leblosen Körper sah"

Der 16. September 2014 ändert alles im Leben von Brynn und Cody Johnson aus Washington. An diesem Tag wurde ihre Tochter Rowyn (17 Monate) getötet - überfahren von Brynns bester Freundin Cassie Miller. Ein schrecklicher Unfall, für den Brynn Cassie jedoch nie die Schuld gab. Heute, ein Jahr später, ist die 32-Jährige wieder schwanger - mit einem Mädchen.

Brynn und ihre kleine Tochter Rowyn
"Der Schmerz ist noch immer unbändig. Ich vermisse sie jede Sekunde, jeden Tag." © Facebook/ Raise for Rowyn

Rückblick. Cassie will ihren und Brynns Sohn Wyatt in die Vorschule bringen. Sie sind spät dran, Wyatt quengelt, hüpft aus dem Wagen und rennt zurück zum Haus. Sie und Brynn reden ihm gut zu und bugsieren ihn schließlich wieder ins Auto. Doch in der Zwischenzeit ist die kleine Rowyn unbemerkt von der Veranda geklettert. "Ich dachte, Rowyn wäre auf der Veranda, als ich den Gang eingelegt habe", erzählt Cassie der 'Daily Mail'. "Doch dann war da ein Rumps und beide Jungs sagten: 'Was war das?' Ich werde nie den Moment vergessen, als ich im Rückspiegel Rowyns leblosen Körper in der Einfahrt liegen sah."

Es folgen albtraumhafte Minuten. Cassie nimmt Brynn das Kind aus den Armen, legt es ins Gras, beginnt mit der Reanimation. Überall ist Blut. Cassies Mann Cody (35) stürmt aus dem Haus, hilft bei der Wiederbelebung, der Krankenwagen trifft ein. "Wir haben um ein Wunder gebetet", so Cassie Miller. Doch ihre Gebete werden nicht erhört. Die kleine Rowyn ist tot. "Ich weiß noch, dass ich immer wieder sagte: 'Es tut mir so leid! Es tut mir so leid!'", erinnert sich Cassie. "Ich schluchzte und schrie und konnte einfach nicht begreifen, was passiert war. Ich kämpfe jeden Tag mit dem, was ich getan habe. Die Schuld ist überwältigend."

"Ich weiß, dass Cassie Rowyn geliebt hat"

Die Schuldgefühle verfolgen Cassie, als wäre der Unfall erst gestern gewesen. "Es ist jetzt fast ein Jahr her, seit ich Rowyn getötet habe, und da ist immer noch dieser furchtbare Herzschmerz. Er kommt in Wellen. Es kostet mich so viel Kraft, durch den Tag zu kommen und ich frage mich, ob ich mich jemals davon erholen werde, meiner besten Freundin ihr wunderschönes kleines Mädchen genommen zu haben. Die Wahrheit ist: Das werde ich wohl nie."

Brynn konnte erst nicht realisieren, dass ihr Mädchen nicht mehr da ist. Sie sei durch den Schock wie gelähmt gewesen, ihr Körper taub. "In der einen Minute setzt du deinen Sohn in den Wagen zur Schule und in der nächsten wird dir gesagt, dass dein kleines Mädchen tot ist", erzählt die 32-Jährige. "Der Schmerz ist noch immer unbändig. Ich vermisse sie jede Sekunde, jeden Tag. Ihr Tod hat ein Loch in unser aller Leben gerissen, das niemals wieder gefüllt werden kann. Ich kann noch immer nicht glauben, dass sie nicht mehr zurückkommt."

Für den Unfall haben sie und ihr Mann Cody ihrer Freundin Cassie nie die Schuld gegeben. "Als es passierte, habe ich gesehen, wie meine Freundin zusammenbrach, zerstört vom Schmerz, und kein einziges Mal kam mir der Gedanke, ihr die Schuld zu geben", sagt Cassie der 'Daily Mail'. "Die Frage, ob unsere Freundschaft das überleben würde, stellte sich gar nicht. Am Ende ist das Gegenteil eingetreten. Wir sind enger zusammengewachsen, haben uns gegenseitig gestützt, wenn wir dachten, es geht nicht mehr. Es war ein tragischer Unfall und ich weiß, dass Cassie Rowyn geliebt hat und sie genau wie wir jeden Tag vermisst."

Stattdessen macht sich Brynn lange selbst für das Unglück verantwortlich. "Ich dachte: 'Welche Mutter weiß nicht, wo ihre Tochter gerade ist?' Die Frage nach dem 'Was wäre, wenn...?' hat mich regelrecht aufgefressen." Um den eigenen Schmerz zu lindern und anderen Eltern in dieser furchtbaren Situation beizustehen, haben Brynn und Cassie die Charity-Organisation 'Raise for Rowyn' gegründet. "Wir hätten nie gedacht, wie teuer die Beerdigung für unsere Tochter sein würde. Zum Glück hatten wir etwas gespart und konnten sie uns leisten", erklärt Brynn. "Aber ich weiß, dass es da draußen viele Eltern gibt, denen das nicht möglich ist." Für sie sammelt die Organisation Spenden. "Es ist eine wunderbare Art, die Erinnerung an Rowyn am Leben zu erhalten."

Und in all dem Leid gibt es noch einen weiteren Hoffnungsschimmer: Brynn ist im achten Monat schwanger - mit einem Mädchen. "Nichts kann Rowyn ersetzen, aber wir wollten immer ein Geschwisterchen für Wyatt und als uns Rowyn genommen wurde, wussten wir, dass wir es nochmal versuchen würden. Das war etwas Positives, an dem wir uns festhalten konnten", so die werdende Mutter. "Wir werden das Baby Mynrow nennen, das ist ein Anagramm vom Namen ihrer Schwester."

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