Die Wagner-Trauerspiele gehen weiter

Schräge Schalke-Anwandlungen bei 1:3-Schlappe gegen Bremen

Schalkes Ozan Kabak und Mark Uth standen Pate für eine fragwürdige 0:3-Pleite gegen Bremen
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26. September 2020 - 21:48 Uhr

Kabak fragwürdig, Uth merkwürdig, Schalke unwürdig

Auf Schalke passt nichts mehr zusammen. Eine Woche nach dem 0:8-Debakel in München zum Auftakt der Fußball-Bundesliga legte Königsblau beim 1:3 gegen Werder Bremen den nächsten blutleeren Auftritt hin. Ob Trainer David Wagner nach dem 18. sieglosen Spiel in Folge noch zu halten ist, ist fraglicher denn je. Selbst bei den Spielern waren merkwürdige Anwandlungen zu beobachten.

FC Schalke 04 - Werder Bremen 1:3 (0:2)

Tore: 0:1 Füllkrug (22.), 0:2 Füllkrug (37.), 0.3 Füllkrug (59./FE), 1:3 Uth (90.+3)

Gelb-Rot: Kabak (S04/84.)

Schon früh wurde es absurd: Als Niclas Füllkrug den Ball aus etwa drei Metern zur Führung in die Maschen stocherte, fuchtelte Mark Uth wild mit dem Arm, um auf eine Abseitsstellung des Bremer Torschützen hinzuweisen. Problem: Uth selbst stand auf der Torlinie und hob eine mögliche Abseitsstellung (und das um Längen!) auf. Vielleicht hatte er das Gefühl für Raum und Zeit verloren, vielleicht lag es auch einfach daran, dass es mittlerweile normal ist, ständig reflexartig den Arm zu heben.

Kabak mit absichtlicher Spuck-Attacke?

Fünf Minuten später der nächste Aufreger: Erst senste Schalkes Abwehrtalent Ozan Kabak Ludwig Augustinsson um, danach spuckte er auf den Boden – mit starker Richtungstendenz zum Werder-Schweden. Ob beabsichtigt oder nicht, bleibt offen – es passte zumindest ins Bild, dass das Knappen-Gedeck zur Zeit vorwiegend aus Gift und Galle besteht. "Das ist nicht schön, das hat nichts mit Fußball zu tun", sagte Augustinsson nach der Partie bei Sky.

"Das ist sicher ein unglückliches Bild, aber ich kenne Ozan, das war bestimmt keine Absicht", meinte Trainer Wagner. Überhaupt lasse er auf den Charakter seiner Mannschaft nichts kommen. So oder so dürfte die Szene aber ein Nachspiel haben.

Füllkrug schnürt den Dreierpack

Ein bisschen Fußball hatte zumindest Werder im Angebot. Nach einem Freistoß von Augustinsson fühlte sich keiner wirklich zuständig für Füllkrug, der per Kopf nachlegte. Zwar machte Schalke nach dem Pausentee auch dank des eingewechselten Altmeisters Vedad Ibisevic mehr Druck – sein Kopfball in der 53. Minute rauschte nur Zentimeter am Pfosten vorbei, und Nassim Boujellabs Schuss wenige Augenblicke später verfehlte das Tor von Jiri Pavlenka ebenfalls ganz knapp.

Abgeschlossen wurde die kleine Schalker Drangphase aber mit – genau – dem dritten Gegentor. Nach einem Werder-Konter riss Kabak Füllkrug im Strafraum um, der Gefoulte verwandelte höchstselbst und schenkte den krisenerprobten Gästen im Alleingang den ersten Saisonsieg.Eine Viertelstunde später durfte Kabak nach einem wiederholten Foulspiel vorzeitig unter die Dusche. Wahrlich nicht sein Tag.

Der Ehrentreffer, der zeitgleich mit dem Schlusspfiff fiel, diente übrigens nur dazu, die Funktionsfähigkeit der Stadionlautsprecher zu überprüfen. Sie funktionierten – das einzige aus Schalker Sicht.

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