Negativ-Rekord trotz Verbot

Schon wieder mehr als 1.000 Feuer in Amazonien

Es brennt schon wieder in Brasilien.
© dpa, Christian Braga, exa pil

02. August 2020 - 10:52 Uhr

Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet und im Pantanal ist verboten

Im brasilianischen Amazonas-Gebiet nimmt die Zahl der Feuer trotz eines Abbrenn-Verbots von Flächen weiter stark zu. In den neun brasilianischen Bundesstaaten mit Anteilen am Amazonas-Becken stieg die Zahl der Brände im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 20 Prozent, wie Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung Inpe vom Samstag zeigten.

Befürchtung, dass 2020 für den Regenwald in Brasilien noch schlimmer wird als 2019

Im größten Sumpfgebiet der Erde, dem Pantanal, brennt es auch. Brandrodungen sind momentan verboten.
Im größten Sumpfgebiet der Erde, dem Pantanal, brennt es auch. Brandrodungen sind momentan eigentlich verboten.
© dpa, Vinícius Mendonça, flm

Demnach wurden im Juli diesen Jahres 6804 Feuer registriert, 5318 waren es im Juli 2019 gewesen. Damit werden Befürchtung verstärkt, dass das Jahr 2020 für den Regenwald in Brasilien noch schlimmer werden könnte als das Vorjahr, in dem der Wald schon großflächig in Flammen stand.

Allein am Donnerstag machten die Satelliten 1007 Feuer in Amazonien aus. Es ist Greenpeace Brasil zufolge der Negativ-Rekord an Feuern für einen Juli-Tag in 15 Jahren. "Das Dekret, das die Brände auf dem Papier verbietet, funktioniert nicht, wenn es im Feld nicht auch mehr Überwachung gibt", sagte Greenpeace-Aktivist Rômulo Batista. Scheinbar werden die Gebiete nicht kontrolliert.

Mitte Juli hatten Umweltminister Ricardo Salles und Präsident Jair Bolsonaro das Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet und im Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, für 120 Tage verboten.