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Schon wieder Krankenkasse vor der Pleite

Schon wieder Krankenkasse vor der Pleite

Ein 10-Euro-Schein und ein Stethoskop (Illustration zur Praxisgebühr, aufgenommen am 02.01.2004). Seit Anfang 2004 gilt die Reform der Krankenversicherung, auf die sich Regierung und Opposition geeinigt hatten. Zu den Belastungen für die Versicherten zählen Leistungseinschränkungen, die Praxisgebühr und mehr Eigenbeteiligung. Foto: Peter Endig (zu dpa-Themenpaket "Rückschau" vom 20.11.2005) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Rot-grüne Bilanz - Praxisgebühr
dpa, Z1021 Peter Endig

Das müssen Sie tun, wenn Ihre Krankenkasse schließt

Zwar bleibt bei einer Insolvenz der Krankenkasse ein lückenloser Versicherungsschutz bestehen, dennoch müssen Betroffene jetzt einige Punkte beachten.

1. Krankenkasse wechseln

Wenn Ihre Krankenkasse vor der Pleite steht oder sogar schon Pleite ist, sollten Sie sich so schnell wie möglich eine neue Kasse suchen. Sie haben im Fall der Pleite grundsätzlich das Recht und auch die Pflicht, die Kasse innerhalb von zwei Wochen zu wechseln. Auschlaggebend für die Zwei-Wochen-Frist ist die Bekanntgabe der Pleite im Bundesanzeiger.

2. Zwei-Wochen-Frist verpasst

Da Sie vermutlich eher selten den Bundesanzeiger lesen, ist die Gefahr, dass Sie die Zwei-Wochen-Frist verstreichen lassen, sehr groß. Nun müssen Sie aber nicht gleich in Panik verfallen, denn die Krankenkassen lassen Sie nicht im Regen stehen. Sie müssen keine Angst haben, plötzlich ohne Kasse dazustehen.

Wenn Sie pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse sind, also Arbeitnehmer oder arbeitslos sind, werden Sie automatisch von Ihrem Arbeitgeber oder der Arbeitsagentur bei der Kasse angemeldet, bei der Sie zuletzt versichert waren.

3. Ich bin freiwillig versichert

Bei freiwillig Versicherten ist die Sache natürlich etwas komplizierter. Ihr Arbeitgeber ist nicht verpflichtet Sie automatisch umzumelden, sondern Sie müssen Ihren Wechsel selbst vornehmen. Wenn Sie das nicht tun, werden Sie entweder von der Pleitekasse bei Ihrer Vorversicherung gemeldet oder direkt aufgefordert dies zu tun.

4. Ich habe eine laufende Behandlung

Da Ihre Krankenkasse ja nun kein Geld mehr hat, könnte man meinen, dass auch die Arztrechnung nicht bezahlt wird und Sie zur Kasse gebeten werden. Das ist aber glücklicherweise nicht der Fall, denn die Krankenkassen stehen quasi in Sippenhaft. Geht eine Kasse Pleite, haften die anderen für die offenen Rechnungen mit.

5. Meine Kasse ist Pleite und ich muss zum Arzt

Gehen Sie ruhig! Der Arzt kann und darf Sie nicht ablehnen. Außerdem muss auch der Arzt keine Angst um sein Geld haben, denn er rechnet in der Regel nicht mit Kasse direkt, sondern mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Diese zahlt erstmal alle Rechnungen und verteilt die Forderungen dann auf die einzelnen Krankenkassen.

6. Ich bekomme eine Sonderprämie

Falls Sie einen Vertrag mit Beitragsrückerstattung abgeschlossen haben, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die anderen Krankenkassen haften für diese Prämien ebenso, wie für die Rechnungen der Ärzte.

7. Ich habe eine Zusatzversicherung über meine Kasse abgeschlossen

Hier muss man im Fall der Pleite leider sagen: "Pech gehabt". Da Sie die Zusatzversicherung über Ihre Krankenkasse abgeschlossen haben, ist diese der Vertragspartner der privaten Krankenversicherung. Mit der Pleite entfällt also der Vertragspartner und damit auch die Versicherung.