VIER PFOTEN fordert Verbot von Hundeschlachtung

Schon wieder! Hundefleisch-Festival in China - trotz Corona

24. Juni 2020 - 18:35 Uhr

Im chinesischen Yulin findet ein privat organisiertes Hundefleisch-Festival statt

Eigentlich hatte China Ende Mai 2020 Hunde aus dem nationalen Nutztier-Katalog genommen. Der Verkauf von lebenden Hunden sowie des Hundefleischs zum Verzehr ist demnach verboten – das Festival in Yulin fand anlässlich der Sommersonnwende am 21. Juni trotzdem statt. Auf der privaten Veranstaltung kamen Einheimische zum Hundefleisch-Essen zusammen. Während der zehn Festtage werden jährlich etwa 1.000 Hunde in lokalen Restaurants geschlachtet, gekocht und gegessen. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN kritisiert dies stark und fordert Konsequenzen. Im Video zeigen wir Ihnen, wie es auf chinesischen Hundefleischmärkten zugeht.

"China verpasst hier die Chance, ein Vorbild für Südostasien zu sein“

Für den Umgang mit den Vierbeinern hagelt es Kritik. Dr. Karanvir Kukreja ist Tierarzt und Projektmanager der VIER PFOTEN-Anti-Hundefleisch-Kampagne und schätzt die Ansteckungsgefahr in der aktuellen Covid-19-Situation als grob fahrlässig ein: "Wenn die Behörden von Yulin hier nicht einschreiten, sind sie nicht nur für das brutale Töten von Hunden mitverantwortlich, sondern auch für die Gefährdung der öffentlichen Gesundheit. Die unhygienischen Haltungs- und Schlachtbedingungen der Hunde können zu Krankheitsausbrüchen wie Tollwut und Cholera sowie zur Entstehung neuer tödlicher Zoonose-Viren führen. China verpasst hier die Chance, ein Vorbild für Südostasien zu sein." Außerdem sei Chinas Entscheidung, Hunde nicht mehr als Nutztiere zu klassifizieren, offenbar nur ein leeres Lippenbekenntnis.

Zehn Millionen geschlachtete Hunde und Katzen in Südostasien

Nach Recherchen der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN werden auch in Vietnam, Kambodscha und Indonesien jährlich rund zehn Millionen Hunde und Katzen für ihr Fleisch getötet. Dabei konsumiert lediglich ein kleiner Teil der Einheimischen das Fleisch. In vielen Fällen handelt es sich um Haustiere, die ihren Besitzern gestohlen und danach getötet werden.

VIER PFOTEN will strengere Tierschutzgesetze

Um das Leid der Tiere zu beenden, fordert VIER PFOTEN nun Maßnahmen. Dr. Kukreja erklärt: "Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit den verantwortlichen Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die das Fangen, Schlachten und Essen von Hunden und Katzen verbieten".