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Schon wieder ein Spionageskandal: Spähen Chinesen unseren Luftraum aus?

Schon wieder ein Spionageskandal: Spähen Chinesen unseren Luftraum aus?

Spähen Chinesen unseren Luftraum aus?
Sieht sich einem Spionageangriff ausgeliefert: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Traurige Gewissheit

Auch das noch: Nach den unzähligen Spähaktionen der Amerikaner auf deutschem Boden, scheint nun ein neuer, noch teils unbekannter Feind ebenfalls auf den Geschmack der Überwachung und Ausspähung gekommen zu sein. Das betroffene Ziel: Unser Luftraum. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist seit Monaten Ziel von mutmaßlichen Spähangriffen eines ausländischen Geheimdienstes.

Ein DLR-Sprecher bestätigte kürzlich einen entsprechenden Bericht des 'Spiegels', wonach mehrere Computer von Wissenschaftlern und Systemadministratoren mit Spionage-Programmen infiltriert worden seien. Betroffen sollen alle eingesetzten Betriebssysteme sein.

Das Raumfahrtzentrum bei Köln habe deshalb das von der Bundesregierung gegründete Nationale Cyber-Abwehrzentrum in Bonn eingeschaltet, berichtete das Nachrichtenmagazin weiter.

Die Angriffe seien koordiniert und systematisch erfolgt und hätten eine neue Qualität, was die offensichtlich langfristige Planung der Operation und die Perfektion der eingesetzten Trojaner angehe, so der 'Spiegel'.

Heimlich, still und leise

Einige Indizien des Spähangriffs weisen in Richtung China. IT-Forensiker des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hätten im Code einiger Trojaner chinesische Schriftzeichen und wiederkehrende Tippfehler entdeckt, die auf Angreifer aus Fernost hindeuteten. Möglich ist aber auch, dass dies Tarnung sein könne.

Die Bundesregierung stuft den Fall als äußerst ernst ein, weil es um Rüstung und Raketentechnologien gehen soll.

Trojaner sind als harmlose Software getarnte Schadprogramme, die zum Beispiel über E-Mail-Anhänge verbreitet werden. Sie führen vom Benutzer unbemerkt Aktionen auf dessen Computer aus.