Schon wieder ein Lastwagen: Tote bei Anschlag in Jerusalem

08. Januar 2017 - 13:11 Uhr

Fahrer rast in Gruppe von Soldaten

Ein Palästinenser hat am Sonntag bei einem Anschlag mit einem Lastwagen in Jerusalem mindestens vier Israelis getötet und 15 weitere verletzt. Auch der palästinensische Attentäter sei erschossen worden. Der Fahrer habe im Ostteil der Stadt eine Menschenmenge absichtlich gerammt, teilte eine Polizeisprecherin mit. Es handele sich bei den Toten um drei junge Frauen und einen Mann, so die örtlichen Rettungskräfte.

Netanjahu: Attentäter von Jerusalem war IS-Anhänger

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Anschlag mit einem Lastwagen in Jerusalem am Sonntag als "grausam und tragisch" verurteilt. "Es sind vier israelische Soldaten ermordet worden", sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros bei einem Besuch am Ort des Anschlags. "Wir kennen die Identität des Attentäters und nach allen Anzeichen handelt es sich um einen Anhänger der (Terrormiliz) Islamischer Staat", sagte der Regierungschef.  

Der Lastwagenfahrer sei in dem Stadtteil Armon Hanaziv in eine Gruppe von Soldaten gefahren, die gerade aus einem Autobus gestiegen waren, teilte eine Polizeisprecherin mit. Die Polizei sperrte den Ort des Anschlags ab. Israels Armee habe einen Belagerungsring um das Viertel Dschabel Mukaber im arabischen Ostteil Jerusalems gelegt, aus dem der Attentäter stamme, sagte Netanjahu. Nach Fernsehberichten waren einige Verletzte noch unter dem Lastwagen eingeklemmt, Rettungskräfte bemühten sich um ihre Befreiung. Mehrere Verletzte wurden von Rettungskräften behandelt.

Armon Hanaziv liegt in dem 1967 von Israel eroberten Teil Jerusalems. Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet als Teil einer künftigen Hauptstadt für sich. Israel sieht jedoch ganz Jerusalem als seine "ewige, unteilbare Hauptstadt". In dem Stadtteil war es seit Beginn der neuen Gewaltwelle im Herbst 2015 immer wieder zu Anschlägen gekommen. Es habe jedoch keine konkreten Warnungen vor einem Anschlag gegeben.

Netanjahu sieht mögliche Parallelen zwischen dem LKW-Anschlag und ähnlichen Attacken in Europa. "Wir wissen, dass es hier eine Serie von Anschlägen gibt, und es kann durchaus sein, dass eine Verbindung zwischen ihnen besteht, erst Frankreich und Berlin, und jetzt Jerusalem", sagte Netanjahu.

Man werde eine Reihe von Schritten unternehmen, "um sicherzustellen, dass solche Vorfälle sich nicht wiederholen", sagte Netanjahu.