16. April 2019 - 10:08 Uhr

Angeblich „keine strafrechtlich relevanten Inhalte“

Bei den Abrissarbeiten der Kinderhölle von Lügde (NRW) hat es eine erneute Panne gegeben: Polizei und Staatsanwaltschaft hatten einen Geräteverschlag des Hauptbeschuldigten auf dem Campingplatz übersehen. Nach der Durchsuchung konnten mehrere Datenträger sichergestellt werden.

Herkunft der Datenträger bisher unklar

Insgesamt handelt es sich dabei um 11 Videokassetten, eine CD und eine Mini-CD. Die Beamten konnten das Material nach eigenen Aussage "grob" sichten. Dabei seien bislang keine strafrechtlich relevanten Inhalte, sondern Unterhaltungssendungen gefunden worden. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Erklärung mit. Besonders ärgerlich für die Ermittler: Bereits in der vergangenen Woche tauchten im Rahmen der Abrissarbeiten Datenträger auf, die bei vorherigen Durchsuchungen übersehen wurden.

Wo genau die Datenträger herkommen, wissen die Ermittler bislang nicht. Unter anderem werde ermittelt, ob sie von Unbekannten in dem Schuppen abgelegt wurden. Dass sie aus dem Wohnwagen des Hauptbeschuldigten stammen könnten, schlossen die Beamten aus.

Pannenserie bei Ermittlungen

Auf dem Campingplatz "Eichwald" in Lügde soll der Hauptbeschuldigte Andreas V. (56) mit einem 33-jährigen Komplizen über Jahre hinweg mindestens 40 Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Im Zuge der Ermittlungen ereigneten sich zahlreiche Pannen; in der Kritik steht vor allem die Kreispolizeibehörde Lippe.

Unter anderem sollen bei der Befragung der Missbrauchsopfer Standards missachtet worden sein, wie der Spiegel berichtet. Geschädigte hätten deshalb ein zweites Mal bei der Polizei aussagen müssen. Auch Herbert Reul, der Innenminister von NRW, steht in der Kritik. Zuletzt hatte die SPD seinen Rücktritt gefordert.