Schon wieder Bahnstreik - hier nachsehen: Fährt Ihr Zug?

21. Mai 2015 - 19:36 Uhr

Kaum Verständnis in der Bevölkerung

Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt erneut den Bahnverkehr. Nachdem sie bereits gestern die Arbeit im Güterverehr niedergelegt hat, steht seit zwei Uhr auch ein Großteil des Personenverkehrs still – mindestens bis Donnerstagabend. Damit müssen Millionen Pendler und Reisende auf andere Verkehrsmittel umsteigen oder hoffen, mit einem der Züge mitzukommen, die trotz des Streiks unterwegs sind.

GDL streikt: Es geht schon wieder los
An den Bahnsteigen droht erneut Chaos.
© dpa, Paul Zinken

Ein Drittel der Fernzüge soll aber nach Angaben der Bahn fahren. Im Regionalverkehr will die Bahn 15 bis 60 Prozent des regulären Fahrplans aufrechterhalten. Welche Züge kommen, hat die Bahn in einem Ersatzfahrplan mitgeteilt.

Zumindest an diesem Wochenende werden die Züge wohl weiter fahren. Doch gelöst ist der Dauerkonflikt zwischen der GDL und dem Konzern noch lange nicht. Es ist der mittlerweile siebte Ausstand im laufenden Tarifkonflikt.

GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn

Im Osten seien größere Auswirkungen des Streiks zu erwarten als in anderen Regionen, sagte eine Sprecherin. Die Kosten des aktuellen Streiks für die deutsche Wirtschaft liegen nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) im dreistelligen Millionenbereich, wie die 'Bild' berichtet. "Dauert ein Streik mehrere Tage, kommen leicht über 100 Millionen Euro täglich als Streikkosten auf die Unternehmen zu", sagte DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann dem Blatt. Insgesamt erhöhten sich die Kosten des Tarifstreits damit auf mehr als 600 Millionen Euro.

Die GDL will mit dem Streik weiteren Druck auf die Deutsche Bahn machen. Sie hatte die Verhandlungen am vergangenen Freitag ein weiteres Mal für gescheitert erklärt. Als entscheidenden Punkt bezeichnete sie die Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge die Bahn. Die Bahn versuche, diese Berufsgruppe "als billigen Jakob im Tarifvertrag zu verankern".

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky kritisierte ferner, auch nach 16 Tarifverhandlungsrunden seit Sommer 2014 fehlten noch immer Ergebnisse in zentralen Fragen. Als Beispiel nannte er eine Begrenzung der Überstunden. Die GDL verlangt außerdem fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.