Beauty-Wahn bei Influencern und Teenies

Schönheits-OPs bei Jugendlichen: Spahn will Werbung einschränken - Lauterbach fordert Verbot

19. Oktober 2019 - 19:50 Uhr

Im Video: Plastische Chirurgen erklärt Folgen von Schönheitsoperationen

Scheinbar perfektes Äußeres - nicht weniger bekommen Kinder und Jugendliche von ihren großen Vorbildern in den sozialen Netzwerken oder auch im Fernsehen oftmals vorgelebt. Da überrascht es nicht, dass es Werbung für Schönheitsoperationen gibt, die sich an Jugendliche richtet. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht das zu weit. Wie er diese Woche im "Tagesspiegel" erklärte, will er bestehende Werbeverbote ausweiten. Doch Medizinern und Kinderschützern geht das nicht weit genug. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte beim Koalitionspartner SPD, fordert ein Verbot für Schönheits-OPs bei Jugendlichen - im Video.

„Weltweit nehmen Schönheitsmaßnahmen bei Minderjährigen zu“

Junge Leute werden für Schönheitseingriffe aus Expertensicht empfänglicher. "Weltweit nehmen Schönheitsmaßnahmen bei Minderjährigen zu", sagte Dennis von Heimburg, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. Ein Trend, der etwa in Südamerika populär werde, sei ruckzuck in Europa. Auch wenn für Schönheitsoperationen bei Minderjährigen in Deutschland keine Zahlen vorliegen, unterstützen Experten ein Werbeverbot und fordern weitergehende Maßnahmen.

"Das Ganze ist oft ein Geschäft mit den Wünschen und Ängsten von Kindern und Jugendlichen und das müsste grundsätzlich - mit Ausnahmen - verboten werden", sagt Lauterbach im RTL-Interview. Dieser Forderung schließt sich auch  der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes Heinz Hilgers an. Und auch 81 Prozent der Deutschen finden den Vorschlag von Karl Lauterbach gut, so eine aktuelle RTL Forsa-Umfrage.