Schönes Wetter und friedliche Stimmung zu Himmelfahrt

Drei Wanderer laufen einen Weg entlang des Rennsteigs. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
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22. Mai 2020 - 15:10 Uhr

Trotz Corona-Pandemie haben die Thüringer in diesem Jahr den Feiertag Christi Himmelfahrt genossen. Bei schönstem Sonnenschein zog es Wanderer und Radfahrer am Donnerstag in die Natur, wo unter anderem Stauseen und Wälder Ausflugsziele waren. Vielerorts waren Familien mit Kindern unterwegs. Polizei und Ordnungsbehörden kontrollierten an viel frequentierten Anlaufpunkten für Ausflügler die Einhaltung der geltenden Kontaktbeschränkungen. Wegen der Pandemie dürfen sich in Thüringen weiterhin nur Angehörige zweier Haushalte treffen.

"Wir haben die Wahrnehmung, dass sich die Menschen auch daran gehalten haben", sagte ein Sprecher der Landespolizei am Freitag. Abgesehen von einigen himmelfahrtstypischen Rangeleien unter Alkoholeinfluss sei der Feiertag recht ruhig verlaufen, auch die Zahl der Unfälle habe sich in Grenzen gehalten.

Im Thüringer Wald waren die Parkplätze entlang des Rennsteigs mit Autos voll besetzt. Im Landkreis Greiz, zuletzt einer der bundesweiten Corona-Schwerpunkte, durften die Gaststätten am Himmelfahrtstag erstmals wieder auch die Innenbereiche öffnen. Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) hatte dies in Abstimmung mit dem Land kurzfristig erlaubt, nachdem die Infektionsrate in dem ostthüringischen Landkreis seit Tagen gesunken war. Am Freitag gab die Staatskanzlei sie auf ihrer Internetseite mit 30,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage an - deutlich unter dem kritischen Wert von 50. Ursprünglich sollten die Lokale bis zum 28. Mai nur Außengastronomie betreiben dürfen.

In Allzunah bei Ilmenau trafen sich am Donnerstag etwa 50 Menschen zu einem evangelischen Freiluftgottesdienst auf einer Wiese am Ortsrand. Auch in anderen Orten veranstalteten evangelische und katholische Kirchengemeinden Gottesdienste im Freien. Die traditionelle katholische Männerwallfahrt zur Kirche Klüschen Hagis im Eichsfeld hatte das Bistum Erfurt hingegen wegen der Pandemie abgesagt.

Im Saale-Holzland-Kreis war die Polizei unter anderem wegen einer Schlägerei zwischen zwei Gruppen im Einsatz, die sich mit Bierflaschen bewarfen. Ein junger Mann wurde am Kopf getroffen. In Neuengönna und bei Weißenborn wurden die Beamten alarmiert, weil aus feiernden Gruppen von 15- bis 25-Jährigen heraus nationalsozialistische Parolen gerufen wurden.

In Sondershausen (Kyffhäuserkreis) wurde ein 28-Jähriger im Park mit einem Messer verletzt. Zuvor waren die Gruppe des ägyptischen Staatsangehörigen und eine andere Gruppe laut Polizei verbal aneinandergeraten. Der 28-Jährige kam ins Krankenhaus, zu Hintergründen der Tat wurde zunächst nichts bekannt. Die Polizei sucht Zeugen und ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Zwei betrunkene Männer, die sich in der Tür geirrt hatten und versehentlich die Nachbarwohnung aufzuschließen versuchten, sorgten in Jena für Polizeieinsätze. Den in den Wohnungen lebenden Frauen hatten die beiden Männer einen gehörigen Schrecken eingejagt.

Die Zahl der Corona-Infektionen stieg in Thüringen bis Freitag nach Angaben der Staatskanzlei auf 2819 an, seit Beginn der Pandemie starben 151 Thüringer im Zusammenhang mit der Infektion. 89 Menschen mussten wegen schwerer Verläufe auf Intensivstationen beatmet werden. Die Sieben-Tage-Infektionsrate lag bei 5,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Quelle: DPA