Bundeskabinett gibt grünes Licht

Schöne neue Mobilität oder Sicherheitsrisiko? E-Tretroller könnten bald legal sein

3. April 2019 - 20:40 Uhr

Das wichtigste zum E-Scooter - im Video

In Washington, Paris, Madrid oder Moskau kurven sie längst über die Straßen. Jetzt sollen die elektrischen Tretroller, auch E-Scooter genannt, bald bei uns in Deutschland erlaubt sein. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen und festgelegt, was die E-Roller dürfen und was nicht. Was man jetzt wissen muss, zeigen wir im Video.

Weg frei für Elektro-Rollerin Deutschland

Elektro-Roller könnten schon bald zum Stadtbild gehören! Verkehrsminister Andreas Scheuer ist jedenfalls ein großer Anhänger. "Jetzt hab ich zwar die Roller bei mir im Büro stehen, kann aber nicht damit fahren", sagt der CSU-Politiker. Er macht es dennoch, aber nur auf den Fluren seines Ministeriums.

Doch wenn es nach der Bundesregierung geht, kann er bald damit auf die Straße. Denn sie sieht viele Vorteile, vor allem für Pendler: Erst die Bahn nehmen, dann den Rest mit dem E-Scooter zurücklegen. Die modernen Tretroller sind umweltfreundlich und emissionsarm, heißt es.

Im Sommer könnte es soweit sein

Roller bis 12 km/h dürfen von Jugendlichen ab 12 Jahren auf Gehwegen gefahren werden, ab 14 Jahren sind maximal 20 km/h erlaubt - dann müssen die Nutzer allerdings auf den Fahrradweg ausweichen. Nach vier Stunden oder knapp 20 Kilometern muss der Roller aufgeladen werden - und das auch an der heimischen Steckdose.

Längst regt sich aber auch Kritik - vor allem, nachdem es in den USA, wo "E-Scooter" erlaubt sind, bereits zu schweren Unfällen mit Todesfolge gekommen ist. "Wir haben in der jetzigen Verordnung ein ganz großes Problem neu geschaffen. Nämlich dass Kraftfahrzeuge jetzt plötzlich von jemandem gefahren werden dürfen, der nicht zeigen musste, dass er was von StVO versteht", sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer.

Denn: Es ist weder ein Führerschein, noch ein Helm bei Fahren der Roller Pflicht. Das Gesetz muss jetzt noch am 17. Mai durch den Bundesrat. Ausgang ist aber unklar.