Schockkampagne von Ikea: Wohnen wie im Kriegsgebiet

16. November 2016 - 17:51 Uhr

Unsensible Provokation oder originelle Spendenkampagne?

Der schwedische Möbelgigant Ikea macht wieder von sich Reden. In einer Filiale in der Nähe der norwegischen Hauptstadt Oslo hat der Konzern ein beklemmendes 25-Quadratmeter-Appartment aufgebaut: Unverputzte, kahle Wände, ein paar Decken, Matratzen und Stofftiere, eine Plastikfolie statt eines Fensters – so müssen viele Menschen in Syrien mitten im Kriegsgebiet wohnen.

Zwei Wochen lang konnten die norwegischen Kunden am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, so zu leben. Das Zimmer ist ein originalgetreuer Nachbau der Wohnung einer Familie aus Damaskus. Ganz anders als in der bunten Welt von Ikea geht es hier nicht ums Leben, sondern ums Überleben. Auf den Preisschildern in dem spärlich eingerichteten Raum kann man die Geschichten von Flüchtlingen nachlesen.

Die Aktion war Teil einer landesweiten Spendenkampagne. "Dadurch wollten das Rote Kreuz und Ikea bei den Norwegern auf das Thema aufmerksam machen und die Menschen dazu ermutigen, durch Spenden zu helfen", erklärte der Möbelgigant – ein Aufruf zum Nachdenken und Mithelfen.

Sind solche Aktionen wirklich sinnvoll, um Menschen für Probleme in Krisenregionen zu sensibilisieren oder ist es eine makabre Zurschaustellung des Leids? Über 40.000 Menschen haben sich das Zimmer angeschaut und für die Kampagne kamen landesweit immerhin 22 Millionen Euro zusammen. Ganz uneigennützig war die Kampagne für das Möbelhaus sicher nicht. Mit Engagement wie diesem verleiht sich Ikea einen sozialen und karitativen Anstrich.