Schockierendes Video mit gequälten Migranten in sozialen Medien aufgetaucht

Schockierendes Video von gequälten  Migranten aufgetaucht
Schockierendes Video von gequälten Migranten aufgetaucht
© dpa, Matt Rourke, MR DG**NY** AJ**NY** KXS**NY** M

20. Juni 2017 - 11:51 Uhr

Verstörende Aufnahmen von Kindern, Frauen und Männern

Ausgehungert, geschlagen, verängstigt, erpresst: Der Anblick der Kinder, Frauen und Männer in einem verstörenden Video sind nicht zu ertragen. Die Aufnahmen sollen aus einem Menschenschmuggler-Camp in Libyen stammen und laut UN-Organisation für Migration (IOM) am 9. Juni bei Facebook hochgeladen worden sein. Die UN-Organisation schlägt Alarm: "IOM ist tief besorgt über die Situation von etwa 260 somalischen und äthiopischen Migranten und Flüchtlingen, darunter viele Kinder, die von Schmugglern und/oder Gangsterbanden in Libyen festgehalten werden."

"Ich habe seit vier Tagen nichts gegessen, aber das Schlimmste sind die Schläge"

In dem Video berichteten die Menschen von unvorstellbaren Quälereien und der Erpressung ihrer Angehörigen. "Ich habe seit vier Tagen nichts gegessen, aber das Schlimmste sind die Schläge", sagt einer. "Sie haben mir die Zähne rausgebrochen", sagt ein anderer. Die Angehörigen sollen Tausende Dollars für die Freilassung der Entführten zahlen. Ein ausgehungerter junger Mann muss mit einem schweren Betonblock auf dem Rücken ausharren - seit drei Tagen, wie er sagt -, als Strafe dafür, dass seine Familie kein Lösegeld gezahlt hat.


Kriminelle Banden nutzten soziale Medien aus, um Angehörige mit den Bildern ihrer schockierenden Misshandlungen zu erpressen, sagte der IOM-Direktor für Noteinsätze, Mohammed Abdiker. Er kritisierte die Tech-Firmen, die es versäumten, solche Inhalte zu unterbinden. "Wer die Zustände hier gesehen hat, will nicht mehr auf der Welt sein", sagt einer der jungen Leute in dem Video. Nach IOM-Angaben hatte einer der Schmuggler einen somalischen Journalisten in der Türkei kontaktiert, der das Videogespräch aufnahm.