Schockierender Fall in London: Drei Frauen Jahrzehnte als Sklaven gehalten

23. November 2013 - 17:59 Uhr

Polizei: "Höchst traumatisierte" Opfer nun in Sicherheit

In Großbritannien sind drei Frauen gegen ihren Willen in einem Haus in Sklaverei gehalten worden, mindestens eine davon mehr als 30 Jahre lang. Die Polizei in London teilte mit, die "höchst traumatisierten" Opfer seien in Sicherheit gebracht worden. Zwei Personen wurden in London erst festgenommen, wenige Stunden später gegen Kaution aber wieder frei gelassen.

Drei Frauen aus Sklaverei befreit
In Großbritannien sind drei Frauen gegen ihren Willen in einem Haus in Sklaverei gehalten worden. Die Polizei konnte sie befreien und nimmt nun die Ermittlungen auf.
© dpa, Facundo Arrizabalaga

Die Opfer, eine 69-jährige malaysische Frau, eine 57-jährige Irin und eine 30-jährige Britin, wurden aus dem Haus durch die Polizei befreit. Einen Monat zuvor hatte eine der Frauen einen Notrufhotline der Hilfsorganisation 'Freedom Charity' angerufen und berichtet, dass sie mehr als 30 Jahre lang gegen ihren Willen festgehalten werde. Die Organisation kontaktierte sofort die Ermittler der Abteilung zur Aufklärung von Menschenhandel.

Nach Vermutungen der Polizei soll die 30-jährige Britin "ihr Leben lang" in "Knechtschaft" gewesen sein. Hinweise auf sexuellen Missbrauch gäbe es bei den Frauen aber nicht.

"Etwas von diesem Ausmaß haben wir bisher nicht gesehen"

Die Frauen sind frei - doch die Zeit in Gefangenschaft hat den Berichten zufolge Spuren hinterlassen. Alle drei sollen sowohl physisch als auch psychisch gezeichnet sein. Zumindest sind sie erst einmal in Sicherheit. Es gehe jetzt darum, dass sie ihr Leben wieder in normale Bahnen lenken, hieß es von 'Freedom Charity'.

Zwei Verdächtige, eine 67-jährige Frau und ein 67-jähriger Mann, wurden bei der Rettungsaktion zunächst festgenommen. Ihnen wird Sklaverei und Leibeigenschaft vorgeworfen, berichtet der 'Guardian'. "Etwas von diesem Ausmaß haben wir bisher nicht gesehen", sagte Kevin Hyland von Scotland Yard. Überraschend wurden die beiden jetzt gegen Kaution freigelassen.

Die Polizei teilte mit, dass sie mit der Hilfsorganisation 'Freedom Charity' zusammenarbeiten wolle, um den Fall aufzuklären. Eine umfangreiche Untersuchung sei eingeleitet worden. Zudem sei das eine Opfer durch eine TV-Dokumentation über Zwangsheirat auf die Arbeit der Organisation aufmerksam geworden und habe daraufhin Hilfe angefordert.

Außerdem wird ein Gesetzentwurf im Parlament vorbereitet, der lebenslange Haft als Höchststrafe für Sklavenhaltung vorsieht, berichtete James Brokenshire im 'BBC'-Radio. "Die Leute glauben, Sklaverei ist eine Sache, die in den Geschichtsbüchern steht. Die traurige Realität ist, dass es sie noch immer gibt", sagte er.