Schockierende Videos aus Schweinemast: Mitarbeiter schlägt Ferkel auf den Boden, bis sie sterben

22. Juni 2017 - 18:03 Uhr

Tierrechtsorganisation filmt mit versteckter Kamera in Schweinemastbetrieb

Die Aufnahmen des Tierrechtsverein 'tierretter.de' sind schwer zu ertragen: In dem Schweinemastbetrieb zeigen sie zahlreiche tote Ferkel, manche in den Buchten zwischen ihren Artgenossen, andere auf einem Wagen im Gang oder vor den Türen. Eine Schubkarre ist bis zur Hälfte gefüllt mit toten Körpern.

Bilder dokumentieren das Leid der Tiere

Totes Ferkel
Ein Ferkel liegt tot im Stall.
© tierretter.de e.V.

Eine Sau scheint Verletzungen und Entzündungen im Bereich der Geschlechtsteile zu haben. Das Tier wurde offensichtlich medizinisch nicht versorgt. Die Wunden lassen darauf schließen, dass sie schon länger darunter leidet. Einige Masttiere zeigen blutige Ohren oder angebissene Schwänze.

Etwa 1.100 Sauen produzieren in dem Betrieb im Harz (Sachsen-Anhalt) Ferkel für die Schweinemast. Aktivisten und Aktivistinnen des Vereins 'tierretter.de e.V.' haben sich im Juni Zutritt zu dem Gelände verschafft und die Zustände gefilmt. 

Versteckte Kameras zeigen brutale Praktiken

Zudem bringen die Aktivisten versteckte Kameras an. Die Bilder zeigen, wie ein Arbeiter zwei Ferkel an den Hinterbeinen aus den Buchten nimmt und mit dem Kopf voran auf den harten Boden schleudert. Es ist eine brutale Art des Tötens.

Die Ferkel müssen sterben, weil sie angeblich nicht überleben könnten. Dem widerspricht die Tierschutzorganisation: "Diese Ferkel sind nur wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Medikamente und eine richtige Fürsorge würden mehr Geld kosten, als die Tiere am Ende an Gewinn abwerfen. Deswegen lohnt es sich für die Bauern und Bäuerinnen nicht, diese Tiere durchzubringen", sagt Christian Adam, Vorstandsmitglied bei 'tierretter.de e.V'.

Betrieb erstattet Anzeige gegen Tierrechtsorganisation

Adam bestätigte gegenüber RTL, dass die Tierrechtsorganisation den Schweinemastbetrieb bei der Staatsanwaltschaft in Halberstadt angezeigt hat. "In wie vielen Betrieben wirklich noch Ferkel auf diese Art und Weise getötet werden bleibt fraglich, bisher konnte es aber bereits mehrfach nachgewiesen werden. Wir vermuten eine sehr hohe Dunkelziffer. Flächendeckende Kontrollen könnten nur von den Veterinärämtern durchgeführt werden", meint Adam.

"Allerdings handelt es sich dabei um eine Praxis, die nur schwer durch Kontrollen einzudämmen sei, denn es passiert genau dann, wenn niemand in dem Betrieb anwesend ist, außer die Arbeiter und Arbeiterinnen selber."

Der Geschäftsführer des Betriebes wollte sich nicht äußern. Er bestätigte lediglich, seinerseits Anzeige gegen die Organisation wegen des illegalen Eindringens erstattet zu haben. Seinen Mitarbeiter, der die Ferkel getötet hatte, habe er ermahnt.

Auch interessant