Schockdiagnose Multiple Sklerose: So lebt Samira mit der chronischen Krankheit

25. Juli 2018 - 17:40 Uhr

Es begann mit Sehstörungen

Im einen Moment noch mit beiden Beinen im Leben, im anderen Moment Ungewissheit und Angst: Als Samira mit 23 Jahren wegen Sehstörungen zum Arzt ging, hätte die fitte junge Frau nie mit einer chronischen Krankheit gerechnet. Doch dann kam die schockierende Diagnose: Multiple Sklerose. Seitdem sind fünf Jahre vergangen. In unserem Interview erzählt sie, was sich für sie verändert hat.

MS stellte das Leben der jungen Frau auf den Kopf

"Es fühlte sich an, als würde mir jemand plötzlich eine riesige Wand in den Weg stellen", beschreibt Samira den Moment, als die Ärzte das erste Mal den Verdacht auf Multiple Sklerose, kurz MS, äußerten. Absolut verständlich, denn die Krankheit und ihre Symptome wie Spastiken oder Lähmungen können einem Angst bereiten. Aber was genau verbirgt sich dahinter?

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Samira vergleicht den Vorgang gerne mit einem Kabelbrand: "Ein Kabel ist ja umhüllt mit einer Plastikschicht, und genau so eine Schutzschicht haben auch unsere Nervenzellen. Bei MS ist das Immunsystem fehlgeleitet und greift diese an." Wird die sogenannte Myelinschicht beschädigt, entstehen im Körper verschiedene, teils heftige Störungen.

Unterschiedliche Symptome erschweren Diagnose

Die Symptome der Multiplen Sklerose sind vielfältig, weshalb die Diagnose oft erschwert wird und viele Untersuchungen erfordert. Oft äußert sich die Krankheit zunächst durch Sehstörungen, Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme. Weiterhin kann es zu Empfindungsstörungen in Armen und Beinen sowie in schweren Fällen zu Lähmungen, Sprachstörungen oder Inkontinenz kommen. Die Leistungsfähigkeit ist beeinträchtigt, oft haben Betroffene mit Depressionen zu kämpfen.

Die Erkrankung tritt meist bei jungen Erwachsenen auf und verläuft in Schüben, zwischen denen sich der Zustand über Wochen oder Monate stabilisiert. Nach einem solchen Schub können sich Beschwerden wieder vollständig zurückbilden. Bei der selteneren Form von MS ist der Verlauf chronisch-fortschreitend, der Zustand verschlechtert sich also immer weiter.

Unheilbare Krankheit mit vielen Gesichtern

Bisher ist Multiple Sklerose nicht heilbar. Mit Medikamenten wie etwa entzündungshemmenden Kortisonpräparaten oder Beta-Inferonen, die ausgleichend auf das Immunsystem wirken, kann die Lebensqualität von Betroffenen langfristig jedoch deutlich verbessert werden. Gegen die verschiedenen Symptome kommen Physiotherapie, logopädisches Training oder auch Antidepressiva in Kombination mit einer Psychotherapie zum Einsatz.

Samira hat den Schock nach ihrer Diagnose mittlerweile überwunden. Was sie seitdem alles erlebt hat und wie sie im Alltag mit ihrer Krankheit zurechtkommt, sehen Sie im Video.