Schock-Video: YouTuber lockt Mädchen in einen gefährlichen Hinterhalt

23. August 2015 - 8:29 Uhr

„Was hast Du Dir nur dabei gedacht?“

Ein junges Mädchen steigt zu einem wildfremden Mann ins Auto. Kurz darauf schreit sie um ihr Leben. Fremde Hände packen sie von hinten. Was die 15-Jährige nicht weiß, der Fremde ist ein YouTube Star, und ihre Eltern sitzen mit Masken getarnt auf der Rückbank.

YouTuber Kobi Persin hat ein 14-jähriges Mädchen in ein Auto gelockt.
YouTuber Kobi Persin lockt minderjährige Mädchen in einen Hiterhalt. So will er auf die Gefahren im Netz aufmerksam machen.

"Dreh dich um, dreh dich um, schau uns an. Wie kannst Du nur zu einem Fremden ins Auto steigen", schreien die Eltern durcheinander. Sie sind fassungslos. Sie waren überzeugt, dass ihre Tochter niemals zu einem Unbekannten einsteigen würde. "Was hast du dir nur dabei gedacht?", fragen sie ihre Tochter immer wieder.

Der YouTuber Kobi Persin will zeigen, wie einfach es für Pädophile ist, online mit Minderjährigen in Kontakt zu treten und sie zu treffen. Im Internet gibt er sich als der 15-Jähriger aus und nennt sich Jason. Er sei erst kürzlich zugezogen und auf der Suche nach Freunden, erzählt er den Mädchen.

Die 12-jährige Mikayla stimmt auch sogleich einem Treffen im Park zu. Ihr kommt nicht in den Sinn, dass es sich um eine Falle handeln könnte. Auch dann noch nicht, als sie auf den viel älteren Mann zugeht. "Mikayla, bist du verrückt geworden", brüllt sie ihr Vater an, der sich bis dahin versteckt gehalten hat. "Hast du völlig den Verstand verloren?"

Auch Juliannas Vater kann es nicht fassen, als sie Kobi - alias Jason - ihre Adresse nennt, mit dem Hinweis, ihr Vater würde bereits schlafen. Mitten in der Nacht öffnet die 12-Jährige einem völlig Fremden die Tür. "Was hast du dir dabei gedacht, du bist 12 Jahre alt. Du könntest vergewaltigt oder getötet werden", brüllt der Vater. Das Mädchen ist völlig in Tränen aufgelöst. Erst jetzt registriert sie die Gefahr, in die sie sich begeben hat.

Ist das Experiment pädagogisch wertvoll oder bedenklich?

Die Psychologin Katharina Ohana hält nicht viel von dem amerikanischen Experiment. "Solche drastischen Maßnahmen sind nicht besonders sinnvoll, die sind ja fast traumatisch für das Kind. Auf der anderen Seite zeigt es auch, wie gefährlich das Internet für Kinder und Jugendliche ist. Und vor allem wie naiv sie handeln und wie nötig Aufklärung ist."

Deutsche Eltern finden das Experiment gut. Oft würden Kinder erst durch eigene Erfahrungen lernen, erklärt eine Mutter. Und auch ein kleines Mädchen zeigt sich optimistisch: "Das hilft ja auch. Die machen das dann bestimmt nicht noch mal."

Auch bei Julianna hat alles Reden nicht geholfen. Die Eltern sind geschockt, was ihre Tochter im Internet alles preisgibt. "Wir haben solche Fälle zusammen im Fernsehen gesehen, in der Zeitung gelesen und über all diese realen Situationen diskutiert", sagt die aufgebrachte Mutter zu ihrer Tochter.

Ist das Experiment pädagogisch wertvoll oder bedenklich? Mit über 34 Millionen Klicks weltweit hat der YouTube Star zumindest Aufmerksamkeit erreicht, und Kinder sowie Jugendliche für die Gefahren im Internet sensibilisiert.