Plan für Neustart der Ligen wackelt

Schock für die DFL: Eine komplette Mannschaft in Quarantäne

Der offizielle Spielball der Bundesliga Derbystar liegt mit Mundschutz auf einem Fußballplatz. Köln, 11.04.2020 *** The
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09. Mai 2020 - 22:59 Uhr

Kader von Dynamo Dresden 14 Tage in Quarantäne

Alle Spieler, Trainer, Betreuer einer Mannschaft in häuslicher Quarantäne - das Alptraumszenario der Bosse der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für den Neustart in den beiden höchsten Spielklassen ist Realität geworden. Nach zwei weiteren positiven Fällen im Profi-Kader zeigte das zuständige Gesundheitsamt Dynamo Dresden die Gelbe Karte und nahm den Tabellenletzten der 2. Liga aus dem Spielbetrieb, noch eher er wieder begonnen hat.

Alle vorgeschriebenen Maßnahmen strikt umgesetzt

Es trifft zunächst nur Liga 2, aber es zeigt, dass das Konzept der DFL für den geplanten Anpfiff der Restsaison in 1. und 2. Liga mit ziemlich heißer Nadel gestrickt ist: Die komplette Mannschaft der SG Dynamo Dresden, der Trainer- und auch der Betreuerstab müssen nach zwei weiteren positiven Tests auf das Virus Sars-CoV-2 für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Wie die SGD mitteilte habe das zuständige Gesundheitsamt in Dresden "nach einer intensiven Analyse der Situation" über die Maßnahmen entschieden.

"Fakt ist, dass wir in den kommenden 14 Tagen weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen können", sagte Dresdens Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Der Verein habe "in den zurückliegenden Wochen sowohl personell als auch logistisch einen enormen Aufwand betrieben, um alle vorgeschriebenen medizinischen und hygienischen Maßnahmen strikt umzusetzen". Ansteckungen konnte das aber ganz offensichtlich nicht verhindern. Eine Schock für die DFL - denn was bei Dynamo passiert ist, kann jederzeit auch bei einem anderen Erst- oder Zweitligisten geschehen.

Spielplan muss überarbeitet werden

Erst am Mittwoch hatte die Politik grünes Licht für die Fortsetzung des Spielbetriebs gegeben, nach zwei Monaten Pause soll es am 16. Mai wieder losgehen. Doch nun muss noch vor dem anvisierten Starttermin der Spielplan des Unterhauses überarbeitet werden.

Dresden hätte am 17. Mai bei Hannover 96 spielen sollen, mindestens dieses Spiel kann nicht wie geplant stattfinden. Auch für das Heimspiel am darauffolgenden Wochenende gegen die SpVgg Greuther Fürth stehen die Chancen schlecht - schließlich darf Dresden in den kommenden 14 Tagen auch nicht trainieren. Der Kampf gegen den Abstieg aus der Liga dürfte für den aktuellen Tabellenletzten damit noch schwerer werden.

Der Neustart wackelt

Doch viel Raum für Verschiebungen gibt es ohnehin nicht, wenn die Saison wie geplant bis zum 30. Juni beendet werden soll. Die DFL erklärte, dass sie von Dynamo Dresden vorab informiert worden sei. "Wir werden zu Beginn der kommenden Woche das weitere Vorgehen mit Blick auf die Ansetzungen von Dynamo Dresden festlegen", teilte ein Sprecher mit. Nach der ersten Testrunde unter den 36 Profiklubs, die bei 1.724 Proben zehn positive Ergebnisse aufgedeckt hatte, sah sich die DFL noch in ihrem Konzept bestätigt. Eine Wiederholung des Dresden-Szenarios bei einem anderen Team könnte nun den gesamten Neustart in Frage stellen.

In Dresden hatte bereits die erste Testreihe einen positiven Befund geliefert, der betroffene Spieler befand sich seitdem in Quarantäne. Zu diesem Zeitpunkt absolvierte Dresden die Trainingseinheiten aber noch in Kleingruppen. Nachdem alle Resultate der zweiten Testreihe am vergangenen Wochenende negativ waren, nahm die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski am Donnerstag wieder das Mannschaftstraining auf. Seitdem hätten zwei Übungseinheiten unter Vollkontakt stattgefunden. Jetzt geht erstmal gar nichts mehr bei Dynamo.