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Neue Impf-Strategie und Schnelltest-Konzept

Erzieher und Lehrer bekommen früheres Impfangebot

22. Februar 2021 - 19:36 Uhr

Spahn will Impfchaos beseitigen

Die Impfkampagne in Deutschland läuft nach wie vor schleppend und der Druck der Bevölkerung auf die Politik wächst, endlich wieder mehr Freiheiten zu bekommen. Jetzt will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Ruder herumreißen und hat deshalb zwei Maßnahmen angekündigt.

Erstens folgen er und seine Amtskollegen der Länder der Forderung, dass Erzieher und Lehrer schneller geimpft werden sollen. Wie der Sprecher der Gesundheitsministerkonferenz Klaus Holetschek mitteilte, sollen alle Beschäftigten der entsprechenden Gruppen von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge vorgezogen werden, soweit nötiger Impfstoff in den Ländern da ist.

Außerdem hatte Spahn angekündigt, dass es ab 1. März für jeden Deutschen kostenlose Corona-Schnelltests geben soll. Die sollen allerdings ausschließlich in Testzentren, Arztpraxen und Apotheken durchgeführt werden.

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Experten befürworten Änderung der Impfreihenfolge

Zumindest die Priorisierung von Lehrern und Erziehern bei der Corona-Schutzimpfung stößt bei Experten und Landespolitikern auf Zustimmung. Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs sagte im RTL-Interview, es sei durchaus sinnvoll diese Berufsgruppen früher zu impfen, weil so die Weitertragung des Virus – gerade in Schulen und Kitas – verhindert würde. Hinzu kämen neue Erkenntnisse über die Impfstoffe, die eine frühere Impfung solcher Berufsgruppen stützten. "Die Daten aus Israel legen nahe, dass mit der Impfung (mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer, Anm. der Redaktion) auch das Risiko stark vermindert wird, dass die geimpfte Person die Viren weitergibt", so Ulrichs. Die Studie soll offiziell in den nächsten Tagen veröffentlich werden und könnte einen Meilenstein für die Impfstrategie bedeuten.

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Malu Dreyer begrüßt den Durchbruch. Das Land werde nun den Beschäftigten zeitnah ein Impfangebot machen, teilte sie uam Montagabend mit.

Impfkommission kritisiert Änderung der Reihenfolge

Gegen eine frühere Impfung bestimmter Berufsgruppen stemmt sich jedoch die die Ständige Impfkommission. Man sehe keine Notwendigkeit, die Lehrer jetzt abweichend davon vorzuziehen", hatte der Vorsitzende Thomas Mertens letzte Woche in einem Interview mit der Rheinischen Post gesagt. Andere Gruppen hätten ein viel größeres Risiko an Covid-19 zu sterben und müssten deshalb bevorzugt behandelt werden.

Spahn: Schnelltests flächendeckend am 1. März

Beim Thema Schnelltests herrscht hingegen große zustimmende Einigkeit, dass schnellstmöglich Schnelltests für jeden Deutschen kostenlos zur Verfügung stehen sollen. Bayerns Ministerpräsident Söder hatte erst heute Morgen gefordert, dass pro Tag Millionen Schnelltests in Deutschland zur Verfügung stehen müssten. Dafür müsste die Zulassung aller möglichen Testverfahren beschleunigt werden. "Denn wer geimpft ist und wer getestet ist, hat automatisch mehr Möglichkeiten, sich zu bewegen, und mehr Freiheiten", so Söder.

Wie eine solche Menge an Schnelltests jedoch bis zum versprochenen Datum am 1. März zur Verfügung stehen soll, ist weiterhin unklar. Eine Antwort bleibt Spahn bislang schuldig. Auch deshalb bezweifeln SPD und FDP Spahns Ankündigung öffentlich. "Beim Impfen haben wir gemerkt, wir können den Ankündigungen von Jens Spahn nicht glauben und ich habe ein bisschen Angst, dass wir (beim Testen) die nächste Enttäuschung schaffen", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gegenüber der Bildzeitung.

Wie Schnelltests den erhofften Umschwung bringen können

179 verschiedene Tests sind laut des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland auf dem Markt. Nur 45 davon hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut aber als genau genug eingestuft. Experten glauben dennoch, dass Schnelltests – ob durch Experten durchgeführt oder für zuhause – den entscheidenden Wendepunkt bringen könnten. Besonders für Personengruppen, die unvermeidbaren Kontakt zu vielen Menschen haben, seien die Schnelltests wichtig. Aber auch Schul- und Kitabesuche würden diese Schnelltests wesentlich vereinfache, sagte Virologe Martin Stürmer im Interview mit dem Hessischen Rundfunk. "Morgens die Kinder mal kurz mit einem Schnelltest testen und ab in die Schule. Das klingt trivial, wäre aber sicherlich ein großer Baustein."

Allerdings sind in Deutschland bisher noch keine Schnelltests für zuhause zugelassen. Fast 30 Hersteller haben aber eine Zulassung beantragt. Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet mit ersten Genehmigungen Anfang März.

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