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Wunderwaffe Selbsttest?

IT-Professor: „Wir können den Lockdown heute Nachmittag beenden“

03. März 2021 - 15:51 Uhr

Der Schlüssel zu mehr Freiheit

Es ist das Corona-Thema aktuell, wenn von möglichen Lockerungen gesprochen wird: Schnelltests. Denn sie sollen der Schlüssel für ein Stück Normalität sein. Wer negativ getestet ist, soll fast ein normales Leben führen können, so die Wunschvorstellung. Das Hauptproblem: Es gibt nicht genügend Schnelltests und auch die Genauigkeit wird von einigen Experten angezweifelt.

Trotzdem könnten die Schnelltests für zuhause der Schlüssel für mehr Freiheiten sein, sagt Prof. Alexander Markowetz, Informatik-Professor an Universität Marburg.

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NRW-SPD stellt Testkonzept vor

Mit einem schnellen Test am Morgen ganz normal Shoppen, Sport treiben und Freizeitaktivitäten nachgehen. Davon träumen wohl viele Deutsche aktuell. Auch für die SPD-Fraktion im Landtag NRW sind sie der Weg aus dem Lockdown. Gemeinsam mit einem Expertenteam um den Bonner IT-Professor Alexander Markowetz, haben sie ein Konzept entwickelt, wie Testergebnisse künftig zu mehr Freiheiten führen könnten. "Wir können den Lockdown heute Nachmittag beenden", sagt Prof. Markowetz. Voraussetzung: Testen,testen,testen. Die wichtigsten Eckpunkte des Konzepts:

  • Schnelltest durchführen
  • QR-Code auf dem Test scannen
  • Testergebnis einscannen und an zentralen Server schicken
  • neuer QR-Code wird aufs Handy geschickt und dient als Zertifikat

Die Entwickler um IT-Experte Markowetz versprechen sich davon vor allem eine unbürokratische Lösung. "Mit diesem Zertifikat kann ich jetzt in den Friseur, zur Kosmetikerin, in die Sauna, in den Einzelhandel, indem ich mich ausweise, dass ich sauber bin, für jetzt 12 Stunden", so Markowetz im RTL-Interview.

+++ Lesetipp: Corona-Selbsttests für zu Hause kommen: Wie funktionieren sie und wie zuverlässig sind sie? +++

Schnelltests bringen keine Sicherheit

Dass man aber wirklich "sauber", also Corona-negativ, ist, kann aber kein Test mit absoluter Sicherheit beweisen. Das Problem: Durch falsche Anwendung werden oft falsche Ergebnisse angezeigt. Sie sind damit ungenauer als z.B. die bisher bekannten Schnelltests, die durch geschultes Personal durchgeführt werden.

Dennoch sind SPD und FDP in NRW für mehr das Konzept. "Wenn es tatsächlich im Einzelfall, und das wird passieren, zu Infektionen kommt, dann brechen die Infektionsketten sofort wieder ab, weil wenn ich jemanden infiziere, dann muss der morgen wieder zur Arbeit, in die Schule, in die Sauna, muss sich neu testen, merkt, er ist positiv, quarantänisiert sich, Infektionskette zu Ende", so Alexander Markowetz zu RTL.

Auch der stellvertretende NRW-Ministerpräsident Joachim Stamp will mehr testen und schneller öffnen. "Wir brauchen jetzt schnelle Lösungen für Öffnungen im Handel. Wir dürfen nicht nur nach der Inzidenz gehen. Wir haben die Möglichkeit über Schnelltests, über zertifizierte Selbsttests. Diese Möglichkeiten muss man jetzt auch nutzen."

Lauterbach mahnt zur Vorsicht

 Berlin, Karl Lauterbach gibt ein Interview im Bundestag Karl Lauterbach spd während eines Interviews im Deutschen Bundestag am 26.02.2021. Berlin Bundestag Berlin Deutschland *** Berlin, Karl Lauterbach gives an interview in the Bundestag Karl Laute
Karl Lauterbach mahnt zur Vorsicht nicht zu schnell zu öffnen.
© imago images/Christian Spicker, Christian Spicker via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Geht es nach SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sind schnelle Lockerungen jedoch nicht in Sicht. "Es gibt noch nicht genug Tests, um große Lockerungen zu ermöglichen, die Testkapazität wird gerade aufgebaut", sagte er im RTL-Interview. Außerdem warnt er davor, dass Schnelltests ein Gefühl falscher Sicherheit vermittelten. "Lockerungen auf die Schnelle würden uns in eine Situation bringen, wie jetzt in Österreich, wo die Zahl der Fälle also sehr stark ansteigt obwohl man schon Selbsttests eingesetzt hat, aber das hat man nicht systematisch getan von daher werden dort sicherlich auch wieder schwere Ausbrüche und auch Schließungen kommen."

In Österreich war die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen zwei Wochen wieder sprunghaft angestiegen, nachdem die Bundesregierungen umfangreiche Lockerungen an die Verwendung von Schnelltests geknüpft hatte.

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