Schnellere Diagnose: CT bei Patienten mit Covid-19-Verdacht

Blick auf den Eingang der Coronavirus-Untersuchungsstelle im Vivantes Klinikum Prenzlauer Berg. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild
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25. März 2020 - 12:50 Uhr

Bei Patienten mit einem starken Verdacht auf die durch das neue Coronavirus ausgelöste Lungenerkrankung Covid-19 machen die landeseigenen Berliner Vivantes-Kliniken nun Computertomographien für eine schnellere Diagnose. Ein CT-Befund mache es möglich, insbesondere Patienten mit schweren und mittelschweren Symptomen noch vor einem bestätigten Labortest auf eine Coronavirus-Infektion zu behandeln, teilte Vivantes am Mittwoch mit. Basis für diese Entscheidung sei eine eigene wissenschaftliche Studie. Vorbild für diese Methode sei China.

"Um den Schweregrad und die Prognose einer Coronavirus-Erkrankung abzuschätzen, ist ein CT der Lunge wichtig", erläutern der Vivantes-Radiologe Thomas Albrecht und der Lungenspezialist Sven Gläser. "Der große Vorteil der Computertomographie ist, dass ihr Ergebnis sofort verfügbar ist, während das Ergebnis des Abstrichs noch gar nicht vorliegen kann." So könne ein CT die Krankheit oft ohne Zeitverlust mit hoher Wahrscheinlichkeit diagnostizieren oder ausschließen. Das sei für die weitere Behandlung von entscheidender Bedeutung. Dazu zählt unter anderem eine Beatmung von Patienten. Ein Therapeutikum gibt es noch nicht.

Für ihre Studie haben die Ärzte den Fall eines 61-jährigen Patienten ausgewertet, der mit hohem Fieber und trockenem Husten eingeliefert und isoliert wurde. Die Bilder der Lunge aus dem CT zeigten große Übereinstimmungen mit chinesischen Erkenntnissen aus dem CT. In Deutschland seien Rachenabstriche noch die erste Wahl bei der Diagnose, hieß es von Vivantes. Mit dem CT geht es nach Ansicht der Vivantes-Ärzte bei schweren Fällen mit Symptomen schneller. Covid-19 lasse sich in den Aufnahmen klar von anderen Lungenerkrankungen unterscheiden.

Quelle: DPA