Schneesturm legt US-Ostküste erneut lahm

09. November 2012 - 10:23 Uhr

Hundertausende immer noch ohne Strom

Die Folgen des verheerenden Wirbelsturms 'Sandy' sind noch nicht ausgestanden, da hat ein Schneesturm in New York zu Zehntausenden neuen Stromausfällen geführt. Das Unwetter fegte am Mittwochabend (Ortszeit) über die Millionenmetropole hinweg und sorgte für ein Verkehrschaos und neue Ausfälle bei Elektrizität und Wasser.

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Ein Schneesturm hat an der US-Ostküste für ein Verkehrschaos und Ausfällen bei Elektrizität und Wasser gesorgt.
© REUTERS, LUCAS JACKSON

In New York fielen bis zu 15 Zentimeter Schnee, in Teilen Connecticuts waren es bis zu 30 Zentimeter. Die Behörden in New York verteilten Decken und Heizgeräte. Bewohner, in deren Wohnung die Heizung ausfiel, suchten in Notunterkünften Schutz vor der Kälte. An den Flughäfen im Osten kam es zu Ausfällen und Verspätungen. 'Athena' war bei weitem nicht so stark wie 'Sandy', hat die Situation aber für viele Opfer aber weiter verschärft.

So hatten einige noch gar nicht oder andere gerade erst wieder Strom, als sie erneut in Dunkelheit und Kälte gesetzt wurden. In New York verloren schon beim Eintreffen des Sturms 11.000 Kunden wieder ihre gerade zurückerlangte Elektrizität. Auf Long Island hatten fast 200.000 keinen Strom - drei Viertel von ihnen aber noch als Folge von 'Sandy' neun Tage zuvor. Laut NBC sind in der Region etwa 110.000 ohne Strom - zu den etwa 600.000 dazu, die noch immer keine Elektrizität hatten. Auch in der New Yorker U-Bahn war der Strom auf einigen Strecken weg.

Benzin wird in New York rationiert

Ein großes Problem ist in New York City zudem die Benzinknappheit. Erstmals seit den 1970er Jahren soll der Kraftstoff deshalb in der Millionenmetropole für Privatleute rationiert werden. Bis auf weiteres dürfen auf Anordnung von Bürgermeister Michael Bloomberg im täglichen Wechsel nur Autos mit einer geraden beziehungsweise ungeraden Zahl auf dem Nummernschild tanken. In der Stadt ist nur etwa ein Viertel der rund 800 Tankstellen geöffnet. Ohne Strom lassen sich die Zapfsäulen nicht bedienen. Der Wirbelsturm hatte aber auch Raffinerien sowie das Vertriebsnetz beschädigt. Autofahrer müssen stundenlang vor den Tankstellen Schlange stehen.

Monstersturm 'Sandy' hat Schätzungen zufolge im Nordosten der USA indes Schäden von 50 Milliarden Dollar angerichtet. Davon entfielen allein auf den Bundesstaat New York 33 Milliarden Dollar, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Nach Schätzungen der Ratingagentur S&P waren Schäden in Höhe von rund 20 Milliarden Dollar versichert.

"Das ist angesichts unserer Finanzlage eine niederschmetternde Zahl", kommentierte Cuomo die Schadenshöhe. Als eine Konsequenz aus der Naturkatastrophe, bei der in den USA und Kanada 121 Menschen ums Leben kamen, forderte der demokratische Politiker eine Erneuerung der Energieversorgung von Grund auf.