Virologe Schmidt-Chanasit schätzt sein

So sind Partys und Demonstrationen "aus virologischer Sicht denkbar"

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit beantwortet die häufigsten Fragen zum Coronavirus,
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07. August 2020 - 11:51 Uhr

Mehrere Medien dichten Schmidt-Chanasits Aussagen um

Kurz nach der großen Anti-Corona-Demonstration gibt Virologe Prof. Dr. Schmidt-Chanasit der BILD am Sonntag ein Live-Interview. In diesem Zusammenhang äußerte er, es gebe momentan sehr geringe Infektionszahlen in Deutschland. Meint er damit, dass Großdemonstrationen, wie die von tausenden Corona-Leugnern in Berlin, oder illegale Parties, wie sie zuletzt im Volkspark Hasenheide in der Hauptstadt veranstaltet wurden, kein Problem sind, bzw. kein Corona-Risiko? So legt zumindest Focus Online seine Aussagen aus.

Schmidt-Chansit sieht Großveranstaltungen weiterhin kritisch

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt wieder deutlich, unter anderem auch durch Reiserückkehrer, für die ab Samstag eine Testpflicht gilt. Genau deshalb sieht Jonas Schmidt-Chanasit große Zusammenkünfte eben doch nicht so leichtfertig, wie von vielen dargestellt. "Deshalb müssen wir alle dazu beitragen, die Pandemie unter Kontrolle zu behalten. Großveranstaltungen ohne Abstand und ohne Mund-Nasenschutz sind da natürlich kontraproduktiv" sagt er. Die Infektionskurve drohe durch sogenannte "Superspreading-Events" sonst wieder schnell nach oben zu steigen.

Demonstrationen sind trotzdem denkbar

Der Virologe hat Verständnis dafür, dass Menschen ihr Recht zu demonstrieren wahrnehmen. "Demonstrieren ist ein Grundrecht" sagt er in Bezug auf die neu entfachte Debatte über das Demonstrationsrecht. Allerdings müssten hier gewisse Dinge eingehalten werden: "Demos mit reduzierter Personenzahl, Mund-Nasenschutz und ohne Gedränge sind aus virologischer Sicht denkbar".

Auch Parties könnten unter Auflagen wieder möglich sein

"Wenn man jungen Leuten verbietet, Party zu machen, dann machen sie es illegal", sagt Schmidt-Chanasit gegenüber RTL, auf die Frage hin, ob das Feiern angesichts der aktuellen Zahlen in Ordnung sei. Bei den Clubs müssen seiner Ansicht nach "intelligente Hygiene-Konzepte" her, "mit personalisierten Eintrittskarten und Corona-Tests zum Beispiel. Dann könnte auch das legale Feiern vielleicht wieder möglich sein.

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