Schluss mit Hungern: Hamburger Agentur schickt Models nicht mehr zur Fashion Week

04. Oktober 2018 - 17:01 Uhr

Agenturchef möchte seine Models schützen

"Nimm in zwei Stunden zwei Kilo ab, um die Show zu machen!" Solche Ansagen seien auf den großen Fashion Weeks der Welt ganz normal, sagt Agenturchef Yannis Nikolaou. Denn wer für die großen Designer auf den Laufsteg will, muss vor allem eins: Hungern. Dabei steht die Gesundheit der Models auf dem Spiel. Deshalb zieht Nikolaou jetzt als erster Hamburger Agenturchef Konsequenzen: In dieser Saison schickt er keine Models zu den großen Shows in New York oder Paris. Er hat genug vom Hunger-Horror.

"Wir haben keine Mädchen in 32, 34, das ist unnormal, das gibt es nicht"

Um den Ansprüchen der Designer gerecht zu werden, müssen Frauen mit 1,80 Meter Körpergröße Maße haben wie Kinder. Unverantwortlich, findet Yannis Nikolaou und bekommt für seine Antibewegung in der Branche viel Beachtung, erntet aber auch Unverständnis. Warum Star-Visagist Armin Morbach die Entscheidung der Hamburger Agentur kritisiert, sehen Sie im Video.

In Frankreich gilt Magermodel-Verbot

Model auf Modenschau
Frauen, die 1,80 Meter groß sind und Maße haben wie Kinder: Ungeachtet aller Kritik hält die Modebranche an einem unnatürlichen Ideal fest, das mit echter Schönheit wenig zu tun hat.
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Um dem Hunger-Wahnsinn in der Modebranche entgegenzuwirken, hat Frankreich bereits 2015 ein Gesetz verabschiedet, das Models mit einem Body-Mass-Index unter 18,5 die Teilnahme an Fashion Shows verbietet. Dass diese Vorschrift auch eingehalten wird, bezweifelt Agenturchef Nikolaou allerdings. Die Behörden würden diese Vorgaben nicht kontrollieren, sagt er. Deshalb dürfen seine Models auch nicht auf der Fashion Week mitlaufen.