Hamburger Zoo nimmt keine Futterspenden an

Tierpark Hagenbeck bittet Besucher: Bringt uns keine Kastanien und Eicheln mehr

Michael Flügger, Tierarzt im Tierpark Hagenbeck, zeigt Tierfutter. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild
Michael Flügger, Tierarzt im Tierpark Hagenbeck, zeigt Tierfutter. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

29. Oktober 2020 - 11:51 Uhr

Tiere im Hamburger Zoo mögen oder vertragen die Futterspenden nicht

Im Herbst sammeln viele Menschen Eicheln und Kastanien, um sie bei Wildparks und Zoos abzugeben. Solche und andere Futterspenden nimmt der Tierpark Hagenbeck jetzt nicht mehr an – zum Wohl der Tiere, sagt Zootierarzt Michael Flügger. "Futterspenden sind lieb gemeint und wir finden es auch toll, dass uns die Besucher unterstützen wollen", so Flügger. Er bittet Besucher aber trotzdem, keine Eicheln, Kastanien oder Tannenbäume zu spenden. Die meisten Tiere würden diese nicht mögen oder nicht vertragen.

Tierpark Hagenbeck: Kaum Tiere essen Kastanien oder Eicheln

Im Tierpark Hagenbeck kämen nur die verschiedenen Hirscharten in den Genuss von Eicheln, weil diese auch ursprünglich dort leben, wo Eichenbäume wachsen. "Wenn wir drei Kilogramm Eicheln am Tag im ganzen Tierpark verfüttern, ist das schon viel", erklärt der Zootierarzt. Eine Menge, die schon durch die Bäume im Tierpark zusammenkommt. Auch Kastanien würden die meisten Tiere gar nicht essen.

Ausnahme: Obst und Gemüse für die Elefanten

Nur im Elefantenhaus können Besucher im Tierpark Hagenbeck noch Futter spenden. Dort kann Obst und Gemüse in eine Futterkiste gelegt werden. Pfleger prüfen das Essen dann und verfüttern es anschließend an die Elefanten. "Spargel, Zucchini und Pilze mögen sie aber nicht so gerne", verrät Michael Schmidt, Leiter des Elefantenhauses. Am liebsten essen die Elefanten frisch gemähtes Gras vom Gelände des Hamburger Flughafens.

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Schlechte Erfahrungen mit Tannebaum-Spenden

Nach Weihnachten wollen Besucher manchmal auch ihren ausrangierten Weihnachtsbaum an die Tiere spenden. Diese sind laut Zootierarzt Flügger aber nicht nur zu trocken für die Tiere, sondern hatten in der Vergangenheit teilweise noch schädliche Dekorations- und Kerzenwachsreste an den Ästen. Futterspenden, egal welcher Art, seien für die Pfleger also immer mit mehr Aufwand und zusätzlichen Kontrollen verbunden. Es müsse immer sichergestellt werden, dass es sich um frische und geeignete Nahrung für die Tiere handele.

Andere Wildparks freuen sich weiterhin über Futterspenden

So wie der Tierpark Hagenbeck sehen es aber nicht alle Zoos. Der Wildpark Schwarze Berge zum Beispiel ruft auf seiner Internetseite zu Eichel- und Kastanienspenden auf. "Eicheln und Kastanien dienen den Wildschweinen, Mufflons, Hirschen und dem Rehwild als besonders nährstoffreiche Futterergänzung", heißt es dort. Wer den Tieren etwas Gutes tun will, fragt also am besten direkt beim Zoo oder Wildpark nach, wie man am besten helfen kann. So sind am Ende Tiere, Pfleger und Besucher glücklich.

Quelle: dpa / RTL.de