RTL News>News>

Schluss: Bundespräsident Gauck verzichtet auf zweite Amtszeit

Schluss: Bundespräsident Gauck verzichtet auf zweite Amtszeit

"Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen"

Deutschland muss sich nach einem neuen Bundespräsidenten umsehen. Joachim Gauck will keine zweite Amtszeit, immerhin hat er aber seine erste durchgehalten. Er hätte wohl auch die zweite geschafft, parteiübergreifende Unterstützung gab es viel, aber man kann ihn auch nicht zwingen. Der Grund für den Verzicht: das Alter. „Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, sagte Gauck im Schloss Bellevue in Berlin. „Ich möchte für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann.“ Joachim Gauck ist 76 Jahre alt und wäre am Ende der zweiten Amtszeit 81.

Gauck verzichtet: Keine zweite Amtszeit
Gauck verzichtet: Keine zweite Amtszeit
dpa, Kay Nietfeld

Der frühere Chef der Stasi-Unterlagenbehörde war im März 2012 als Nachfolger von Christian Wulff ins höchste Staatsamt gewählt worden. Wulff hatte das Amt seit 30. Juni 2010 innegehabt und am 17. Februar 2012 zurücktreten müssen. Wulff hatte unter dem Verdacht der Vorteilsannahme gestanden, einen Tag vor seinem Rücktritt war die Aufhebung seiner Immunität beantragt worden.

Wulff war dem ebenfalls zurückgetretenen Horst Köhler in das Schloss Bellevue gefolgt. Dieser war ein Jahr nach Antritt seiner zweiten Amtszeit freiwillig aus dem Amt geschieden, nachdem es Kritik an Äußerungen Köhlers zum Afghanistan-Krieg gegeben hatte.

Nach Gaucks Stellungnahme haben zahlreiche Politiker dem scheidenden Präsidenten ihren Respekt ausgesprochen. „Gauck hat mit hoher moralischer Integrität dem Amt des Bundespräsidenten seine Würde zurück gegeben“, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). „Großen Dank & Respekt. Freuen uns, dass Sie noch bis 2017 unser Staatsoberhaupt sind. Nun bitte keine Parteitaktik“, twitterte Grünen-Chef Cem Özdemir. „Danke Joachim Gauck. Er hat dem Amt Inhalt und Würde zurückgegeben. Und mehr ist heute nicht zu sagen. Gewählt wird nächstes Jahr“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt.