Britische Studie

Schluckauf ist wichtig für die Gehirnentwicklung von Babys

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19. November 2019 - 18:18 Uhr

Schon im Mutterleib kann ein Fötus Schluckauf bekommen

Babys haben täglich Schluckauf  sogar im Mutterleib kann ein Fötus schon ab der 9. Schwangerschaftswoche Schluckauf bekommen. Während wir die plötzlichen Kontraktionen des Zwerchfellmuskels oft als störend empfinden, spielt es für die Entwicklung von Säuglingen eine wichtige Rolle. Das haben Neurowissenschaftler vom University College London herausgefunden.

Das Gehirn der Säuglinge reagiert auf das "Hicks"-Geräusch

Die Forscher haben für ihre Studie bei 13 Neugeborenen für knapp eineinhalb Stunden die Hirnaktivität gemessen. Durch Bewegungssensoren am Rumpf wurde aufgezeichnet, ob und wie viel Schluckauf die Säuglinge hatten. Das Ergebnis: Unmittelbar vor dem hörbaren Schluckauf werden zwei Gehirnwellen ausgelöst, kurz darauf folgt eine dritte, welche laut den Forschern eine Reaktion des Babys auf das "Hicks"-Geräusch ist.

Schluckauf hilft bei der Regulation der Atmung

Die Forscher ziehen daraus die Schlussfolgerung, dass das Baby seinen eigenen Schluckauf hört und dieses Geräusch mit der wahrgenommen Bewegung des Zwerchfells in Verbindung bringt. So lernt der Säugling, verschiedene Nervenverbindungen zu verknüpfen: "Die auf den Schluckauf folgenden Aktivitäten könnten dem Baby helfen, seine Atemmuskulatur überwachen zu lernen – um so dann einmal das Auf und Ab des Zwerchfells kontrollieren zu können", so Lorenzo Fabrizi, einer der Forscher vom University College London. Schluckauf hilft also dem Neugeborenen, die Atmung zu regulieren.

Warum haben Erwachsene immer noch Schluckauf?

Warum Erwachsene immer noch vom lästigen Hicksen geplagt werden, ist bisher unklar. Forscher vermuten, dass es sich dabei um das Überbleibsel dieses Reflexes aus der Kindheit handelt.

Sie wollen Ihren Schluckauf loswerden? Wir haben einige Tipps, wie das Hicksen aufhört.