Schlimmste Kältewelle seit Jahrzehnten überrollt Nordamerika

08. Januar 2014 - 8:51 Uhr

Kinder müssen vor Kälte geschützt werden

Rund 140 Millionen Menschen in den USA wappnen sich für die kältesten Temperaturen seit 20 Jahren. In den Neuengland-Staaten und Teilen des Mittleren Westens werden laut Nationalem Wetterdienst gefühlte Temperaturen von minus 50 Grad Celsius erwartet. In Metropolen wie Chicago, Detroit und St. Louis blieben die Schulen geschlossen. Erneut wurden landesweit Tausende Flüge gestrichen.

Kälte gefährdet Millionen Amerikaner
In der Millionenmetropole Chicago wurden die Menschen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.
© REUTERS, JIM YOUNG

Meteorologen sagen voraus: Die Kaltfront wird mindestens bis Mitte der Woche andauern - und es dürfte noch kälter werden. Wetterexperten warnen die Menschen vor Erfrierungen. In Saint Paul im hart betroffenen Bundesstaat Minnesota war es nach Angaben des Wetterdienstes Accuweather schon minus 29 Grad kalt - angesichts eisiger Winde fühle sich das wie minus 44 Grad an.

Wie in vielen Regionen soll die Temperatur auch dort weiter fallen. Gouverneur Mark Dayton griff zu einer ungewöhnlichen Vorsichtsmaßnahme: Er ließ landesweit alle Schulen schließen. "Ich habe diese Entscheidung getroffen, um unsere Kinder vor den gefährlich niedrigen Temperaturen zu schützen", begründete er das.

Bereits 13 Menschen riss die Kältefront in den Tod

In der Millionenmetropole Chicago, wo es ebenfalls "gefühlt" minus 41 Grad kalt war, rief der Leiter der Katastrophenschutzbehörde die Bürger auf, möglichst zu Hause zu bleiben. "Alltägliche Tätigkeiten sind vielleicht nicht möglich", warnte Gary Schenkel in der 'Chicago Tribune'. Eis und Schneegestöber hatten bereits dazu geführt, dass über 1.000 Flüge ausfielen. Seit Beginn der Kältewelle kamen mindestens 13 Menschen ums Leben, die meisten bei Verkehrsunfällen.

Auf dem Kennedy-Flughafen in New York schlitterte ein Flugzeug in einen Schneehaufen. Die 35 Passagiere an Bord blieben unverletzt. Die Maschine aus Toronto setzte laut 'New York Times' zwar sicher auf einer Landebahn auf, rutschte aber auf dem Weg zum Terminal in den Schnee. Stundenlange Verzögerungen waren die Folge, Hilfskräfte mussten erneut Sand und Salz auf die Bahnen streuen.