Kraftfahrt-Bundesamt leitet Untersuchung ein

Schlimmer Verdacht bei Porsche: Wurden Benzinmotoren manipuliert?

Porsche Logo vor einem Gebäude des Automobilherstellers in Stuttgart. Porsche geht Medienberichten zufolge möglichen Manipulationen an Hard- und Software einiger Fahrzeugmodelle nach. Foto: Christoph Schmidt/dpa
Porsche Logo vor einem Gebäude des Automobilherstellers in Stuttgart. Porsche geht Medienberichten zufolge möglichen Manipulationen an Hard- und Software einiger Fahrzeugmodelle nach. Foto: Christoph Schmidt/dpa
© deutsche presse agentur

24. August 2020 - 12:23 Uhr

Motoren betroffen, die vor 2017 produziert wurden

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat wegen möglicher Manipulationen bei Benzinmotoren von Porsche Untersuchungen eingeleitet. Betroffen seien Ottomotoren, die vor 2017 für den europäischen Markt produziert worden seien. Zu Details äußerte sich die Flensburger Behörde nicht.

Illegale Veränderungen an Hard- und Software bei Porsche

"Es geht um mögliche Abweichungen zum genehmigten Typ", sagte ein Sprecher der Flensburger Zulassungsbehörde am Montag.  Porsche selbst hatte bei internen Prüfungen mögliche Unregelmäßigkeiten festgestellt und diese dem KBA gemeldet. "Bild am Sonntag" hatte berichtet, in der Serienfertigung seien an Hard- und Software illegale Veränderungen vorgenommen worden - und zwar erst nach der sogenannten Zulassungs-Typisierung des KBA.

Dabei gehe es nicht nur um Abgasanlagen, sondern auch um Motorkomponenten, berichtete die Zeitung. Porsche habe den Verdacht auch der zuständigen Staatsanwaltschaft in Stuttgart und den Behörden in den USA mitgeteilt.

Die Sport- und Geländewagentochter von Volkswagen hatte in einer Stellungnahme am Wochenende erklärt, im Rahmen interner Prüfungen seien "Themen" identifiziert worden. Diese habe man – wie auch bereits in der Vergangenheit – den Behörden zur Kenntnis gebracht. Nach den Informationen aus den internen Prüfungen seien nur Fahrzeuge betroffen, die bereits vor einigen Jahren entwickelt worden seien. Es gebe keine Belege dafür, dass Fahrzeuge in der laufenden Produktion betroffen seien. Porsche untersuche derzeit den Sachverhalt und sei in enger Abstimmung mit den Behörden.

Porsche will "richtig aufklären"

Ein Porsche-Sprecher erklärte, die Untersuchungen dürften nach seiner Einschätzung noch mehrere Wochen dauern. "Wir wollen das richtig aufdecken, wir wollen nichts verschleiern", sagte er. "Aber wir wollen keine Mutmaßungen anstellen und Spekulationen, die nur verunsichern." Die internen Untersuchungen sind eine Konsequenz aus dem VW-Dieselskandal und werden seit 2016 vorgenommen. Volkswagen hatte vor fast fünf Jahren zugegeben, millionenfach Abgaswerte von Dieselautos mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Davon waren auch die Töchter Audi und Porsche betroffen.

Bei Benzinmotoren wurden solche Manipulationen bisher nicht nachgewiesen. Der Sender SWR hatte unlängst unter Berufung auf ein Gerichtsgutachten über den Verdacht einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei einem Audi Q5 berichtet.

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Quelle: RTL.de / Reuters