Schlimmer Schwulenhass im katholischen Gewand

Eine angeblich katholische Webseite publizierte einen menschenverachtenden Nachruf auf Dirk Bach. Jetzt ermittelt die Polizei.

17. November 2012 - 9:12 Uhr

Verfassungsschutz beobachtet – findet aber keinen Ansatzpunkt

Während Deutschland um den viel zu früh gestorbenen Entertainer Dirk Bach (51) trauert, setzten die Macher der angeblich katholischen Website kreuz.net einen Nachruf ins Netz, der in unvergleichlicherweise menschenverachtend und homophob ist und der einen selten gesehenen Shitstorm produzierte.

In dem Artikel "Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle" lassen sich die Autoren über Bach und dessen Homosexualität aus. Es sei davon auszugehen, dass "seine Unzucht ihn so früh ins Grab brachte".

Kurze Zeit nach Erscheinen des Artikels, in dem Bach als "Gestörter" und "Kinderhasser" beschimpft wird, landen tausende kritische Kommentare auf der Website. Einigen der Kritikern reicht es nun: Sie reichten eine Anzeige gegen die Betreiber des Portals ein, in dem fast täglich gegen Homosexuelle gewettert wird.

Katholische Kirche distanziert sich deutlich

Doch wer sind die Verfasser dieser menschenverachtenden Artikel? Die Betreiber stehen wohl der umstrittenen fundamentalistischen Pius-Bruderschaft nahe. Die katholische Kirche jedenfalls distanziert sich deutlich von diesen Radikalen. Der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sagte, die Seite habe nichts mit der katholischen Kirche in Deutschland zu tun. Kopp selbst ist Opfer der verbalen Attacken. Die deutsche Bischofskonferenz wird von kreuz.net ein "altliberaler Kirchensteuer-Verein" und eine "Vorfeldorganisation der Homo-SS" genannt.

Kreuz.net wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Problem: Niemand weiß wirklich, wer dahinter steckt und wo die Fäden gezogen werden. Anzeigen gibt es häufig gegen die Hetzerseite, daher ziehen die Betreiber mit ihren Daten oft um. Im Impressum steht eine Adresse in den USA, weitere Adressen gibt es in Panama, vermutet werden die Drahtzieher aber in Deutschland und Österreich.

Den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt fast jeder Artikel, der auf dieser Website erscheint. Doch die Polizei wird schwerlich einen Ansatzpunkt finden, das dezentralisierte Netzwerk aufzubrechen. Es sieht wohl so aus, als könne man derzeit nichts anderes tun, als diese irren Radikalen mit ihren weltfernen Ansichten zu ignorieren.