Nach Russen-Übernahme

Real kündigt Schließung von acht weiteren Filialen an

Das Logo leuchtet am Morgen auf dem Dach eines Real Supermarktes. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild
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06. Juli 2020 - 10:14 Uhr

15 Real-Filialen müssen insgesamt schließen

Die SB-Warenhauskette Real hat nur wenige Tage nach dem Besitzerwechsel die Schließung von weiteren acht der derzeit noch 276 Filialen angekündigt. Betroffen seien knapp 700 Mitarbeiter, so die "Lebensmittel Zeitung".

Folgende Real-Märkte müssen 2021 schließen

Laut Real sollen im kommenden Jahr folgende Märkte den Betrieb einstellen:

  • Berlin-Spandau
  • Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt)
  • Duisburg-Süd (Nordrhein-Westfalen)
  • Frankenthal (Rheinland-Pfalz)
  • Goslar (Niedersachsen)
  • Herten-Westerholt (Nordrhein-Westfalen)
  • Leißling - Weißenfels (Sachsen-Anhalt)
  • Mönchengladbach-Reydt (Nordrhein-Westfalen)

Schließung von 7 Real-Filialen bereits im März beschlossen

Bereits im März hatte Real noch unter dem alten Besitzer Metro die Schließung von sieben Filialen verkündet:

  • Augsburg (Bayern)
  • Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz)
  • Bamberg (Bayern)
  • Deggendorf (Bayern)
  • Papenburg (Niedersachsen)
  • Rheine (Nordrhein-Westfalen)
  • Wildau (Brandenburg)

141 Real-Filialen werden an Kaufland und Edeka verkauft

Der russische Finanzinvestor SCP hatte erst am vergangenen Donnerstag die Kontrolle bei Real von der Metro übernommen. Er will den Konzern zerschlagen und hat bereits den Verkauf von insgesamt 141 Real-Filialen an Kaufland und Edeka vereinbart. Dabei sollen die Mitarbeiter übernommen werden. "Zudem stehen wir mit weiteren führenden Unternehmen aus dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel in teils finalen Verhandlungen, mit dem Ziel, auch hier möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern", betonte der neue Real-Chef Bojan Luncer.

Von Anfang an hatte SCP allerdings auch deutlich gemacht, das voraussichtlich rund 30 Real-Filialen mangels Perspektiven geschlossen werden müssten. Für die acht Standorte, die nun bekannt gegeben wurden, habe trotz intensiver Bemühungen kein Interessent gefunden werden können, berichtete die Handelskette. Deshalb bleibe nur die Schließung. "Hintergrund für diese Entscheidung war die in allen Fällen schwierige wirtschaftliche Lage aufgrund sehr hoher Verluste in den vergangenen Jahren", betonte ein Real-Sprecher. "Vor diesem Hintergrund sind die Schließungen dieser Märkte unumgänglich." Das Unternehmen werde schnellstmöglich mit den zuständigen Betriebsräten Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen.

Im Gegensatz zu aktuellen Filialschließungen wie bei der Warenhausketten Galeria Karstadt Kaufhof haben die Schließungen bei Real keinen Corona-Hintergrund.

Quelle: DPA / RTL.de