Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will Imame ausweisen und Moscheen schließen

Muslime am Freitag, 03. September 2010, während des Freitagsgebets in der Moschee beim Hubertusdamm
Gläubige während des Freitagsgebets in einer Moschee in Wien-Floridsdorf
picture alliance / HANS KLAUS TE, HANS KLAUS TECHT

"Kampf gegen den politischen Islam"

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat angekündigt, zahlreiche Imame ausweisen sowie einige islamische Gotteshäuser schließen zu wollen. Damit möchte Österreich dem "politischen Islam den Kampf ansagen".

40 Imame werden überprüft

Österreichs Kanzler Kurz und Vizekanzler Strache bei der Pressekonferenz zum Thema in Wien
Österreichs Kanzler Kurz und Vizekanzler Strache bei der Pressekonferenz zum Thema in Wien
LF/JUL, REUTERS, LEONHARD FOEGER

Insgesamt werde derzeit bei 40 Imamen überprüft, ob sie illegal aus dem Ausland finanziert worden seien, so Österreichs Innenminister Herbert Kickl (FPÖ). Sollte sich der Verdacht erhärten, würden die betreffenden Imame ausgewiesen. In zwei Fällen stehe die Ausweisung bereits fest. Außerdem sollen in Österreich sieben Moscheen ganz geschlossen werden. Dazu gehört die Moschee der rechtsextremen "Grauen Wölfe" sowie sechs Moscheen der "Arabischen Kultusgemeinde". Diese soll laut Kanzler Kurz ganz aufgelöst werden.

Reaktion auf Skandal-Bilder mit marschierenden Kindern

Diese Maßnahmen lassen sich auch als Reaktion auf den Skandal um die ATIB-Moscheen in Wien verstehen. Mitte April tauchten auf Facebook Bilder aus einer Moschee des türkischen Verbandes ATIB ('Türkisch-Islamische Union in Österreich') auf - Kinder in Tarnkleidung spielten eine Schlacht nach und posierten als Leichen. Außerdem war zu sehen, wie mehrere Jungen mit der türkischen Flagge marschierten. Schon damals stellte Österreichs Kanzler Kurz klar: "Das hat in Österreich keinen Platz. Hier wird es null Toleranz geben."