Urlauber im Norden aufgepasst!

Schleswig-Holstein greift durch: 1000 Euro Bußgeld bei Falschangaben in Restaurants

Tourismus in Schleswig-Holstein - Christi Himmelfahrt - Vatertag - Herrentag während der Corona-Krise in Scharbeutz an
Tourismus in Schleswig-Holstein - Christi Himmelfahrt - Vatertag - Herrentag während der Corona-Krise in Scharbeutz an
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30. September 2020 - 8:11 Uhr

Maßnahmen gegen Fantasienamen

Der Name Donald Duck oder Minnie Mouse auf einer Kontaktliste in einem schleswig-holsteinischen Restaurant, kann zukünftig richtig teuer werden. Das sollten auch Urlauber wissen, die jetzt zu den Herbstferien in den Norden fahren. Weil die Infektionszahlen steigen, greift Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in seinem Bundesland durch: Gästen drohen bis zu 1000 Euro Bußgeld.

"Damit klar ist, das ist schon Vorsatz"

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zu neuen Corona-Maßnahmen in Schleswig-Holstein.
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zu neuen Corona-Maßnahmen in Schleswig-Holstein.
© RTL Nord

Bei Falschangaben wird die Nachverfolgung bei Corona-Infektionen deutlich erschwert. "Damit klar ist, das ist schon Vorsatz, wenn man Kontaktlisten nicht richtig ausfüllt", sagte Ministerpräsident  am Dienstag in Kiel, das sei kein Kavaliersdelikt.

Die getroffene Regelung gelte pro Gast

Einen entsprechenden Beschluss habe das Kabinett bereits gefasst, wie ein Regierungssprecher sagte. Die getroffene Regelung gelte pro Gast. Gastwirten und Betreibern, die falsche Angaben auf ihren Kontaktlisten dulden, drohte im Norden bereits zuvor ein Bußgeld in Höhe von mindestens 500 Euro.

Auf 50 Euro Mindestbußgeld hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für falsche Angaben auf Kontaktlisten verständigt. Für die konkrete Umsetzung sind die Länder selbst verantwortlich - über entsprechende Änderungen in ihren Corona-Verordnungen und Bußgeldkatalogen.

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"zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol möglich"

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen wollen Bund und Länder Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer beschränken. Die Empfehlungen für Einschränkungen will Regierungschef Günther bei regionalen Ausbrüchen in Absprache mit den Kreisen umsetzen. Das bedeutet, dass ab 35 Corona-Fällen auf 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen bei Privatfeiern dort nur noch 25 Menschen erlaubt sein sollen. Bei einem Inzidenzwert von mehr als 50 sollen nur maximal 10 Menschen privat zusammen feiern können. Zudem sind laut Beschluss in der Gastronomie "zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol möglich".

Risikogebiete meiden und lieber Urlaub in Deutschland planen

Bei ihrer Videokonferenz appellierten Bund und Länder am Dienstag angesichts der beginnenden Herbstferien an Bürgerinnen und Bürger, Reisen in Risikogebiete zu unterlassen. Damit können Küstenländer wie Schleswig-Holstein bei Urlaubern im Herbst sehr beliebt werden. Das nördlichste Bundesland werde aber sein bisheriges Corona-Regelwerk nach den Verabredungen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Merkel nicht ändern müssen, sagte Günther. Allenfalls seien kleine Anpassungen nötig. Klar sei aber auch, dass "wir auf Sicht keine weiteren Öffnungsschritte machen werden". Oberstes Ziel bleibe es, die Wirtschaft am Laufen zu halten sowie Kitas und Schulen offen zu halten. "Das muss im Mittelpunkt stehen."

In Schleswig-Holstein sind zuletzt innerhalb eines Tages 48 neue Corona-Infektionen festgestellt worden.


Quelle: DPA / RTL.de