Schleswig-Holstein: Arbeitslosenzahlen im November gesunken

Das Logo der Agentur für Arbeit. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
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30. November 2021 - 12:00 Uhr

Kiel (dpa/lno) - Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im November weiter gesunken. Insgesamt waren 77.900 Männer und Frauen ohne festen Job, wie die Arbeitsagentur am Dienstag mitteilte. Das sei ein Minus von 13.800 oder 15,0 Prozent gegenüber dem November des Vorjahres. Im Vergleich mit dem Vormonat Oktober wird ein Rückgang um 1700 oder 2,1 Prozent verzeichnet. Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,9 Prozent um 0,1 Prozentpunkte unter dem Oktoberwert. Im November des Vorjahres lag die Quote bei 5,8 Prozent. Stichtag für die aktuellen Daten war der 11. November.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schleswig-Holstein verzeichnete der Kreis Stormarn mit 3,1 Prozent, die höchste hatte der Kreis Steinburg mit 5,1 Prozent. Bei den Städten hatte Kiel mit 7,0 Prozent die niedrigste Quote und Neumünster mit 7,5 Prozent die höchste.

"Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit ging auch im November überdurchschnittlich zurück", sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann. Demnach sank die Arbeitslosenzahl der Unter-25-Jährigen im Vormonatsvergleich um 200 (minus 3,0 Prozent) und im Vorjahresvergleich um 2000 (minus 23,8 Prozent) auf 6600.

Auch die Langzeitarbeitslosigkeit sei im Vergleich zum Vormonat Oktober um 2,1 Prozent oder 680 zurückgegangen, sagte Haupt-Koopmann. Doch hier seien noch immer die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich erkennbar. "Zwar geht die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit Mai 2021 kontinuierlich zurück, doch sie liegt weiterhin klar über dem Vorkrisenniveau von 23.800." Auch im Vergleich zum November 2020 gibt es demnach mit aktuell 32.300 Langzeitarbeitslosen noch ein Plus von 1500 oder 4,9 Prozent.

Für Menschen mit Behinderung bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarktauch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie ebenfalls angespannt. In den ersten zehn Monaten 2021 waren in Schleswig-Holstein im Durchschnitt 5361 Menschen mit Behinderung arbeitslos und damit noch einmal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie die Aktion Mensch und das Handelsblatt Research Institute am Dienstag in ihrem Inklusionsbarometer Arbeit berichteten. Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung lag in Schleswig-Holstein zehn Prozent über dem Vorkrisenniveau. Damit befinde sich der Wert für Schleswig-Holstein über dem bundesweiten Durchschnitt von mehr als acht Prozent im gleichen Zeitraum, teilte die Aktion Mensch mit.

Bemerkenswert ist für die Chefin der Regionaldirektion die weiterhin hohe Personalnachfrage. So wurden im November 5300 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet - ein Plus von 540 oder 11,2 Prozent gegenüber dem November des Jahres 2020. "Auffällig ist insbesondere, dass der aktuelle Wert von 5300 um 800 über dem November-Wert 2019, der Vor-Corona-Zeit, liegt. Damals wurden uns 4500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gemeldet", sagte Haupt-Koopmann.

Mit Blick auf die Vorhaben der neuen Bundesregierung zur Verbesserung der Ausbildung der Jugendlichen sowie zur Bekämpfung des Fachkräftemangels zeigte sich Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) optimistisch, hier in den nächsten Jahren bessere Rahmenbedingungen zu erreichen. "Die geplante Exzellenzinitiative Berufliche Bildung stellt ein Bündel an Maßnahmen dar, um die berufliche Bildung fit zu machen für die Zukunft." Auch die praktikablere Gestaltung des Fachkräfteeinwanderungsrechts sei enorm wichtig. "Für Fachkräfte muss es künftig deutlich leichter werden, ihre Bildungs- und Berufsabschlüsse aus dem Ausland anzuerkennen und ihnen eine dauerhafte Perspektive geben zu können", sagte der Minister.

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Quelle: DPA