Schlammlawine nach Starkregen in Oberstdorf: "Es war eine Katastrophe"

15. Juni 2015 - 19:43 Uhr

"Der Schaden lässt sich momentan noch nicht bilanzieren"

Andauernder Starkregen hat im bayrischen Oberstdorf eine Schlammlawine ausgelöst. Bis zu 500 Bewohner werden innerhalb kürzester Zeit in Sicherheit gebracht, als die Schlammmassen durch die Straßen und Häuser strömen, über Garagen und Treppen fließen. In der berühmten Skisprung-Arena steht das Wasser laut Polizei kurzzeitig bis zu zehn Meter hoch. Hier findet jedes Jahr die weltberühmte Vierschanzentournee statt. Weil hier ein Wohngebiet angrenzt, müssen hunderte Bewohner sofort ihre Häuser verlassen.

Andauernder Starkregen hat im bayrischen Oberstdorf eine Schlammlawine ausgelöst.
Der nahegelegene Faltenbach war nach einem Gewitter so stark gestiegen, dass er über die Ufer trat.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand

"Es war eine Katastrophe", so Anwohner Manfred Rederer. "Man hat zuerst gerechnet, es regnet ein wenig. Aber dann fing das plötzlich an und es war nicht mehr aufzuhalten." Der nahegelegene Faltenbach war nach einem Gewitter so stark gestiegen, dass er über die Ufer trat. Noch in der Nacht wurde er ausgebaggert, um mehr Platz für weiteren Regen zu schaffen.

"Der Schaden lässt sich momentan noch gar nicht bilanzieren", sagt Christian Eckel von der Polizei Schwaben Süd-West. "Es gibt glücklicherweise keine Verletzten." Die meisten Anwohner durften noch in der Nacht zurück in ihre Häuser. Etwa 20 Betroffene mussten die Nacht in Ausweichquartieren verbringen. Es war zunächst unklar, wann sie in ihre Häuser zurückkehren können.

Die Aufräumarbeiten im betroffenen Wohngebiet dauern an. "Nach Einschätzung der Einsatzkräfte vor Ort besteht derzeit keine Gefahr mehr, dass noch etwas nachrutscht", sagte ein Polizeisprecher.