Schlag gegen Schleuserbande - drei Verdächtige in Berlin und Sachsen festgenommen

© dpa, Roland Weihrauch, rwe axs

31. Januar 2018 - 11:40 Uhr

Die Verhafteten sollen im großen Stil Flüchtlinge über die Balkanroute nach Deutschland gebracht haben

Mit Durchsuchungen in mehreren Bundesländern hat die Bundespolizei zum Schlag gegen einen internationalen Schleuserring ausgeholt. Drei Männer wurden festgenommen, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Sie sollen Teil eines Schleuserrings sein und im großen Stil Flüchtlinge mit Lastwagen über die Balkanroute nach Deutschland gebracht haben.

200 Beamte durchsuchten Wohnungen und Geschäftsräume in vier Bundesländern

Zwei Männer wurden in Berlin gefasst, einer im sächsischen Bad Muskau. Zuvor hatten rund 200 Beamte Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen durchsucht. Beweismittel wurden sichergestellt. Auch Spezialkräfte waren laut Bundespolizei im Einsatz.

Die Verdächtigen werden nun befragt, um neue Erkenntnisse über die Organisationsstrukturen der Schleuser zu gewinnen, so die Bundespolizei.

Schleuser sollen 8.000 Euro von jedem Migranten verlangt haben

Laut Informationen des MDR sollen die drei Verdächtigen aus Polen, Bulgarien und der Türkei stammen und gemeinsam mit weiteren Tatverdächtigen mindestens 160 Migranten mit Lastwagen nach Deutschland eingeschleust haben. Dabei seien die Flüchtlinge auf den Ladeflächen und teilweise hinter Waren und Paletten versteckt gewesen. Dafür sollen die Schleuser von jedem Migranten 8.000 Euro verlangt haben, wie der Sender berichtete.

Erst vor zwei Wochen war der Bundespolizei ein Schlag gegen mutmaßliche Schleuser gelungen. Bei bundesweiten Razzien wurden Wohnungen durchsucht und zwei Verdächtige festgenommen.