Schlag gegen die Welpenmafia – Züchter sollen billige Hunde aus Osteuropa als eigene Zucht verkauft haben

21. Dezember 2016 - 9:48 Uhr

Kranke Hunde teuer verkauft

Hunde übers Internet zu kaufen, ist meist keine gute Idee. Denn oft stammen die Tiere aus dubiosen Zuchtbetrieben in Osteuropa. Dort leben sie zum Teil unter erbärmlichen Bedingungen, bis sie teuer an deutsche Kunden verkauft werden.

Ermittlern ist jetzt ein Schlag gegen die sogenannte Welpenmafia gelungen, denn sie konnten eine illegale Zucht in Kreuztal in NRW auflösen.

"Es stinkt, die Hunde sind völlig verwahrlost"

"Ich bin schon geschockt, wenn man sieht, wie es dort aussieht, es ist verdreckt. Es stinkt, die Hunde sind völlig verwahrlost", sagt Birgit Thiesmann von der Tierschutzorganisation 'Vier Pfoten' über den Zustand der Hunde.

Wie schlecht es den Tieren ging, wurde geschickt vertuscht. Die Polizei vermutet, dass Beamte des Veterinäramtes und eine Tierärztin den Betrug gedeckt haben. Sie sollen Impfpässe gefälscht haben und so seit Jahren Kontrolleure hinters Licht geführt haben.

Das Geschäftsmodell der Betrüger war schwer zu durchschauen. Die Tiere stammten ursprünglich vermutlich aus Massenzuchten in Osteuropa. Dort wurden sie für 100 Euro eingekauft.

Dann sollen sie nach Deutschland in die angebliche Zuchtanstalt in Kreuztal gebracht worden sein und von dort als eigene Zucht mit reinrassigem Stammbaum weiterverkauft worden sein. Die Preise lagen bei 1.000 Euro. Bei der Razzia im Siegerland wurden mehrere Verdächtige festgenommen.

Welpen wurden zu früh von Müttern getrennt

Da die Hunde nicht geimpft gewesen sein sollen, seien sie häufig krank gewesen und de facto dem Tode geweiht, weil sie viel zu früh von den Muttertieren getrennt wurden, sagt der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Die schlechten Haltungsbedingungen begünstigten die Krankheiten.

Auch den Müttern der Welpen ging es nicht besser. "Da werden Muttertiere als Wurffabriken eingestellt, als Produktionsmaschinen", erklärt er.

Die Kunden der angeblichen Züchter haben jetzt das Nachsehen, denn viele der Hunde seien krank. Der Golden Retriever von Familie Gast stammt ebenfalls aus einem dubiosen Zuchtbetrieb. Der Hund habe heftig gezittert, als er ihr in den Arm gelegt wurde, berichtet Melanie Gast.

Wer ein gesundes Tier in seine Familie aufnehmen möchte, sollte nicht anonym übers Internet kaufen und lieber im Tierheim nach Hunden Ausschau halten, rät Thomas Schröder. So tut man gleichzeitig noch etwas Gutes.