Nach Kritik an Syrienpolitik

Schlägerei im türkischen Parlament - Erdogan verklagt Oppositionellen

05. März 2020 - 16:14 Uhr

Im Video: Abgeordnete gehen im Parlament aufeinander los

Kritik, Kampf, Klage - so lässt sich die Auseinandersetzung zwischen Opposition und Erdogans Regierungspartei zusammenfassen. Erdogan habe den Abgeordneten der größten Oppositionspartei CHP, Engin Özkoc, wegen "maßloser und unqualifizierter" Äußerungen auf eine Entschädigung von umgerechnet rund 150.000 Euro verklagt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Der Auslöser: Scharfe Kritik an der Syrienpolitik der Regierung. Vor der Klage flogen im türkischen Parlament am Mittwochabend die Fäuste. Medienberichten zufolge gab es fünf Verletzte - Tumulte und Prügelei sehen Sie im Video.

Özkoc sprach von Verrat und erhlosem Verhalten des Präsidenten Erdogan

Özkoc hatte Erdogans Syrienpolitik am Mittwoch auf einer Pressekonferenz scharf kritisiert. Er bezeichnete Erdogan indirekt unter anderem als "Verräter" und "ehrlos", er wählte damit dieselben Worte, mit denen Erdogan zuvor indirekt CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu angegangen war.

Özkoc warf Erdogan zudem vor, das Parlament über den genauen Hintergrund des Tods zahlreicher türkischer Soldaten in Syrien vor einer Woche im Unklaren zu lassen. Als Özkoc nach seiner Pressekonferenz im Parlament auftauchte, gingen Abgeordnete der Regierungspartei AKP und der Opposition aufeinander los.

Bei einem Luftangriff in der Region um die Stadt Idlib waren in der vergangenen Woche mindestens 34 türkische Soldaten getötet worden. Ankara machte die syrische Regierung dafür verantwortlich und begann eine Militäroffensive in der Region.