Chaos-Saisonvorbereitung

Drei Schiris fallen bei DFB-Test durch

© dpa, Daniel Reinhardt, dan tba cul

13. Juli 2019 - 9:59 Uhr

Fail im Fitnesstest

Nicht nur die Fußballprofis starteten in den vergangenen Tagen in die Saisonvorbereitung, auch für die Schiedsrichter stand vor Saisonbeginn ein umfangreicher Fitnesstest an. Dabei ging in diesem Jahr einiges schief: Drei Referees patzten sogar – das hat Folgen.

Es geht in die Nachprüfung!

Dieses Resultat dürfte dem DFB nicht sonderlich gut gefallen: Im Trainingslager der Bundesliga-Schiedsrichter sind gleich drei Referees durchgefallen. Sie müssen nun in die Nachprüfung Anfang August, wie die Bild-Zeitung berichtete.

Das Fitness-Programm, an dem sie scheiterten: sechs 40-Meter-Sprints, die in unter sechs Sekunden hingelegt werden müssen, sowie zehn Stadionrunden inklusive 40 Intervall-Läufen.

Bei den drei Unparteiischen handele es sich um niemand Geringere als die drei FIFA-Schiris Marco Fritz, Tobias Welz und Deniz Aytekin. Letzterer wird am Freitag gemeinsam mit Marina Wozniak zum Schiedsrichter des Jahres 2019 gekürt. Aytekin war zuletzt nicht wegen seiner Schiedsrichter-Tätigkeiten in aller Munde, sondern weil er in der Bundesliga-Sommerpause als DJ bei einem Festival einheizte. Diese Zeit hätte er wohl besser zum Trainieren genutzt...

Woran es scheiterte

Gehakt hat es bei allen dreien an dem 40-Meter-Sprint. Zielvorgabe war es, diese Distanz in maximal sechs Sekunden hinter sich zu bringen. Aytekin fehlten am Ende sieben Hundertstel. Seine Begründung: "Die Limits waren sonst nie ein Problem für mich. Der Boden war nass, ich bin ausgerutscht", erklärte der Unparteiische in der 'Bild'. Offenbar zog sich Aytekin bei seinem Fauxpas noch eine muskuläre Verletzung zu. Auch Marco Fritz und Tobias Welz, der vor einigen Wochen einen Zehenbruch erlitten hatte, konnten die sechs Sekunden nicht unterbieten.

An den folgenden Intervall-Läufen scheiterten obendrein zwei Linienrichter. Zudem habe sich ein weiterer Schiri-Assistent auf der Laufbahn übergeben müssen.

Verletzungssorgen unter den Unparteiischen

Lutz Michael Fröhlich
Schiedsrichter-Boss Lutz-Michael Fröhlich sorgt sich um die verletzten Schiedsrichter
© deutsche presse agentur

Zunächst hatte der DFB von "Zufriedenheit und guter Laune" unter den Schiedsrichtern berichtet, dann gestand Schiri-Boss Lutz-Michael Fröhlich: "In der Tat ist bei den Prüfungen nicht alles ganz optimal gelaufen." Vor allem die vielen Verletzungsausfälle bereiteten dem 61-Jährigen Kopfschmerzen. Denn Manuel Gräfe, Bibiana Steinhaus, Benjamin Brand und Sören Storks konnten verletzungsbedingt gar nicht erst an der Saisonvorbereitung teilnehmen.

Schiri-Chaos zum Bundesliga-Beginn

Für sie sowie für die drei Durchgefallenen geht es Anfang August erneut in den Fitnesstest. Problem an der Sache: Zum Bundesligastart stehen diese Referees nicht zur Verfügung. Denn vor jeder Saison müssen sich die Bundesliga-Schiedsrichter zunächst in der früher startenden 2. Liga warmpfeifen. Ein erster Einsatz in der 1. Liga wäre daher erst am 3. oder 4. Spieltag möglich.