Schiffsunglück in Südkorea: 'Sewol' war regelmäßig überladen

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9. Mai 2014 - 10:29 Uhr

Fracht war dreimal so schwer wie zugelassen

Die verunglückte südkoreanische Fähre 'Sewol' war nach Angaben der Ermittler in der Vergangenheit regelmäßig überladen. Der jetzige Reeder der 'Sewol' habe bei mehr als der Hälfte der 241 Fahrten des Schiffs zu viel Ladung aufgenommen, um mehr Profit herauszuschlagen, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Ermittlerteam aus Staatsanwaltschaft und Polizei.

Am Unglückstag vor drei Wochen sei die Fracht dreimal so schwer gewesen wie die empfohlene maximale Ladekapazität. Die Ermittler vermuten schon seit längerem, dass eine Überladung des Schiffs sowie frühere Umbauten an der 20 Jahre alten Auto- und Personenfähre den Untergang mit verursacht haben könnten. Untersucht wird auch, ob die Ladung richtig gesichert war. Der jetzige südkoreanische Reeder Chonghaejin Marine hatte die Fähre nach der Übernahme im vergangenen Jahr umbauen lassen, um mehr Passagiere befördern zu können. Gegen die Eigentümerfamilie des Reeders wird unter anderem wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Untreue ermittelt.

Taucher stirbt bei Bergung

Unterdessen entschuldige sich Staatspräsidentin Park Geun Hye an Buddhas Geburtstag erneut für das Fährunglück. Als Präsidentin, die das Leben der Bürger schützen müsse, spüre sie nach dem Unglück eine schwere Schuld, sagte Park bei einer Zeremonie in einem Tempel in Seoul. "Menschen, die durch weltliche Gier blind wurden, haben sich nicht an Sicherheitsbestimmungen gehalten", so Park.

Bereits Ende April hatte sie sich für mangelndes Krisenmanagement entschuldigt. Insbesondere die Familien der Opfer werfen der Regierung vor, nicht genug für die Rettung der Menschen an Bord getan zu haben. Der Kapitän und 14 leitende Besatzungsmitglieder sitzen in Untersuchungshaft. Sie werden beschuldigt, die Passagiere nach der Havarie ihrem Schicksal überlassen zu haben.

Bei den noch immer anhaltenden Bergungsarbeiten ist ein Rettungstaucher gestorben. Der 53-Jährige habe während eines Tauchgangs das Bewusstsein verloren, teilte die Einsatzleitung mit. In einem Krankenhaus im südlichen Mokpo sei sein Tod festgestellt worden. Der Mann hatte für eine Firma gearbeitet, die auf Bergungsarbeiten spezialisiert ist.

Die 'Sewol' war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Die Zahl der Toten liegt bei mehr als 260. Etwa 40 Menschen gelten noch als vermisst.