"Schier unglaublich": Autofahrer überfährt Hund mit voller Absicht

Ein kleiner Shih Tzu (Archivbild)
© Foto: VOX/Fandango, 064933 Tier Nanny.jpg

30. November 2016 - 14:20 Uhr

Erst abgebremst und dann wieder beschleunigt

Es ist der Moment, in dem vielen Hundebesitzern das Herz in die Hose rutscht: Aus irgendeinem Grund – eine Geräusch, ein blitzender Gegenstand oder einfach naturgegebene Neugier – rennt der Hund unvermittelt auf die Straße. Ein Auto naht, ein Anflug von Panik, verzweifelte Rufe – reagiert der Hund rechtzeitig, reagiert der Autofahrer rechtzeitig, soll ich hinterher?

In den meisten Fällen endet der spontane Ausflug auf die Straße für den Hund mit einer gepfefferten Ermahnung. In Walkenried, nahe Northeim, ging diese Geschichte allerdings dramatisch und - wie die Polizei sagt - "schier unglaublich" anders aus. Der Hund wurde laut Angaben seiner Besitzerin und Zeugen brutal und mit voller Absicht überfahren.

Der kleine 16 Jahre alte Shih Tzu (tibetanischer Schoßhund) ging gerade mit seinem Frauchen (34) Gassi, als er auf der anderen Straßenseite seinen Spielkameraden erblickte. Kurz hielt er inne – vielleicht weil er das Auto nahen sah – lief dann aber doch los. Der Pkw bremste auch erst erkennbar ab. Dann wurde der Wagen aber plötzlich wieder beschleunigt. Es gab einen lauten Knall, das Tier wurde brutal überfahren und noch einige Meter mitgeschleift. Dann machte sich der Pkw aus dem Staub. Zurück blieb die erschütterte Besitzerin, die ihrem Hund nicht mehr helfen konnte und mitansehen musste, wie das Tier qualvoll verendete.

"Die 34-Jährige steht auch drei Tage nach der Tat noch unter Schock", sagt Frederik Große von der Polizei. Auch für ihn ist das Verhalten der Pkw-Insassen nicht zu verstehen: "Eigentlich bremsen wir automatisch für Tiere, haben Achtung vor den Lebewesen. Die Tat ist schier unglaublich." Laut Tierschutzgesetz drohen dem oder der Täterin bis zu drei Jahre Gefängnis.

Die Polizei sucht zu diesem unfassbaren Vorfall Zeugen: Polizei Walkenried, Tel.: 05525/1685