Auskunftspflicht für Mütter

Scheinväter sollen den Namen der leiblichen Väter erfahren

05. Juni 2019 - 20:45 Uhr

Kein Gesetz, das Scheinväter stärkt

Wenn ein Mann erfährt, dass er nicht der leibliche Vater seines Kindes ist, kann er vom wahren Kindsvater zu Unrecht gezahlten Unterhalt zurückverlangen. Vorausgesetzt die Mutter nennt ihm den Namen des tatsächlichen Vaters. Aber: "Wenn die Mutter schweigt und erklärt, sie erinnert sich nicht, wer der potentielle Vater sein könnte, dann werden Sie das nie erfahren", erklärt Rechtsanwältin Eva Becker im RTL-Interview. Denn bisher gibt es kein Gesetz, das die Nennung des Namens des tatsächlichen Vaters regelt und verpflichtend macht. Im Video spricht ein Scheinvater, der seit 23 Jahren Unterhalt zahlt, obwohl das Kind nicht von ihm ist.

Kinder ebenso machtlos

Auch Kinder können bisher ihre Mütter nicht zwingen, den Namen des biologischen Vaters zu nennen. "Sie können nur ihre genetische Abstimmung klären lassen und zwar von ihrem rechtlichen Vater, also ihrem Scheinvater, und damit manifestieren, dass sie von ihm nicht abstammen", so Becker.

Eingriff in Intimsphäre der Mutter

Da die Nennung des Namens des leiblichen Vaters ein starker Eingriff in die Intimsphäre der Mutter ist, kann nur ein Gesetz die Rechte der Scheinväter stärken. Genau deshalb fordert der bayerische Justizminister Georg Eisenreich jetzt den gesetzlichen Anspruch von Scheinväter, den tatsächlichen Vater ihrer Kinder zu erfahren.

Schon 2016 gab es einen ähnlichen Vorstoß im Bundestag. Dieser wurde damals jedoch aufgrund der politischen Sommerpause und Wahlen nie umgesetzt. Insgesamt zwei bis zehn Prozent der Väter weltweit sind Scheinväter.