Scheeres zufrieden: Länder wenden Abi-Chaos ab

Sandra Scheeres. Foto: Britta Pedersen/dpa/Archivbild
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25. März 2020 - 19:41 Uhr

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres ist erleichtert über die Verständigung der Länder auf eine gemeinsame Linie bei den Abi-Prüfungen. "Wir freuen uns, dass die Kultusministerkonferenz sich auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt hat. Das war genau das, was wir wollten", erklärte die SPD- Politikerin am Mittwoch. "Gemeinsam mit der KMK haben wir die möglichen Szenarien im Blick und regeln die Anerkennung der Abschlüsse. Keine Schülerin, kein Schüler soll Nachteile erfahren."

Zuvor verständigten sich die Kultusminister der Länder in einer Schaltkonferenz darauf, dass die Schulabschlussprüfungen nach derzeitigem Stand trotz Corona-Krise doch in ganz Deutschland stattfinden sollen. Zunächst hatte Schleswig-Holstein angekündigt, die Prüfungen abzusagen, machte nun aber einen Rückzieher.

"Zum heutigen Zeitpunkt stellen die Länder fest, dass eine Absage von Prüfungen nicht notwendig ist", heißt es in einem gemeinsamen Beschluss. Über das weitere Vorgehen würden sich die Bundesländer eng in der Kultusministerkonferenz (KMK) abstimmen. Je nach Dauer der Corona-Krise ist das letzte Wort hier also noch nicht gesprochen.

Der Beschluss sei einstimmig gefasst worden, teilte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) in Mainz mit. "Wir haben miteinander gerungen." Aber es sei der einheitliche Wille gewesen, zu einem gemeinsamen Ergebnis zu gelangen. Die Schüler hätten nun größtmögliche Planungssicherheit. Nach Teilnehmerangaben hatte es in der KMK-Schalte von mehreren Ländern heftige Kritik an der Ankündigung Schleswig-Holsteins gegeben, die Prüfungen ausfallen zu lassen.

In dem gemeinsamen Beschluss heißt es nun: "Die Prüfungen, insbesondere die schriftlichen Abiturprüfungen, finden zum geplanten bzw. zu einem Nachholtermin bis Ende des Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist." Bekräftigt wurde außerdem, dass die Länder die erreichten Abschlüsse dieses Schuljahres gegenseitig anerkennen. Den Schülern sollen keinerlei Nachteile aus der jetzigen Ausnahmesituation entstehen.

Berlins Abiturienten machen vor den Osterferien keine Prüfungen mehr. Wegen der Corona-Pandemie hatte die Bildungsverwaltung entschieden, das Abitur auf einen späteren Termin zu verschieben. Das gilt auch für alle Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss, die vor den Osterferien angesetzt waren.

Quelle: DPA