Schals an Bäumen: Aktion für Obdachlose kommt nach Deutschland

Wärmende Schals an Bäumen und Laternen

Die Aktion kommt eigentlich aus Kanada und den USA, sie soll Obdachlosen in den kalten Wintermonaten ein bisschen Wärme spenden. Wir versuchen die Aktion nach Deutschland zu bringen! Was man braucht um zu helfen? Einen warmen Schal, eine kurze Notiz, einen passenden Baum oder eine Laterne.

Idee wurde in der eisigen Kälte Kanadas geboren

Den Einfall zum sogenannten 'scarf-bombing' kommt ursprünglich aus dem kanadischen Ottawa. Bei zweistelligen Temperaturen unter null, begann eine unbekannte Person im Jahr 2014 selbstgestrickte Schals an die Statue eines Kriegshelden zu binden und mit dem Hinweis "Ich bin nicht verloren gegangen! Wenn du in der Kälte gefangen bist, nimm mich mit!" zu versehen. Schnell breitete sich die Idee aus, in den USA wurden zum Beispiel in den Bundesstaaten Ohio und Pennsylvania Gruppen gegründet, die unter dem Motto 'Wrap up!' (etwa: Mummt euch ein!) Schals und Mützen an öffentlichen Plätzen aufhängen. Hunderte Kleidungsstücke zierten dort in den vergangenen Wintern Bäume und Laternen.

Aktion kommt nach Europa

Auch in Großbritannien haben Städte die Idee in den letzten Jahren übernommen. Grund genug für RTL-Reporterin Caroline Gall, in München einen Anfang zu wagen. Ob selbst gestrickt oder im Laden gekauft, obdachlose Menschen werden die Kleidungsspenden in den Wintermonaten dankbar von den Bäumen wickeln. Bei vielen Passanten in der Münchener Innenstadt kam die Aktion auf Anhieb gut an, wie Sie im Video sehen können.

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Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt

Alleine in München leben etwa 7500 Menschen auf der Straße. In einer neuen Schätzung geht die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) von bis 860.000 Menschen aus, die in Deutschland keine Wohnung haben, etwa die Hälfte der Obdachlosen sind wohnungslose Flüchtlinge. Bis 2018 könnte die Zahl der Wohnungslosen auf 1,2 Millionen steigen. Gerade in der kalten Jahreszeit sind diese Menschen auf die Hilfe von Wohlfahrtsverbänden angewiesen. Die Helfer versorgen Obdachlose mit heißen Getränken oder Suppen, und begeben sich nachts auf 'Kältestreife', um Wohnungslose vor dem Erfrieren zu bewahren.