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Beim Pokal-Krimi

Schalke-Fans beleidigen Hertha-Spieler Jordan Torunarigha offenbar rassistisch

Jordan Torunarigha
Jordan Torunarigha
© Imago Sportfotodienst

05. Februar 2020 - 11:23 Uhr

FC Schalke: "Vollidioten"

Nach dem Achtelfinal-Krimi zwischen Schalke 04 und Hertha BSC ist der Fußball schnell zur Nebensache geworden. Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann und seine Spieler beschwerten sich über rassistische Beleidigungen gegen Verteidiger Jordan Torunarigha. 

"Affenlaute" von der Tribüne

"Der Junge ist beleidigt worden", sagte Klinsmann nach dem 2:3 nach Verlängerung: "Wir haben den Schiedsrichtern gesagt, dass sie ihn schützen müssen." Nationalspieler Niklas Stark sprach von "Affenlauten" und bestätigte: "Es gab rassistische Beleidigungen von der Tribüne. Jordan ist ein emotionaler Spieler. Wenn so etwas passiert, wäre ich wahrscheinlich auch ausgerastet. Sowas geht nicht. Das ist menschlich ganz abstoßend." Zu den Vorfällen soll es in der zweiten Halbzeit gekommen sein.

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider entschuldigte sich bei dem Deutsch-Nigerianer. "Da gibt es null Toleranz. Mir fehlt jegliches Verständnis für Vollidioten dieser Art", sagte Schneider und kündigte an: "Wir werden alles dafür tun, dass wir diejenigen, die dafür verantwortlich sind, ausfindig machen und mit Konsequenzen belegen."

Schalke-Trainer David Wagner entschuldigt sich

Torunarigha habe "auf dem Platz geweint und wollte aufhören", berichtete Schalkes Siegtorschütze Benito Raman: "Ich habe ihm Mut zugesprochen und gesagt, dass er weitermachen soll." In der Verlängerung sah der sichtlich aufgebrachte Hertha-Verteidiger die Gelb-Rote Karte (100.): Nach einer Attacke von Omar Mascarell hatte er am Spielfeldrand eine Getränkekiste auf den Boden geworfen. Schalke-Trainer David Wagner, der ihn leicht festhielt, bekam nach Videobeweis die Rote Karte (102.).

"Ich habe die Rufe nicht gehört, aber ich möchte mich im Namen von Schalke 04 entschuldigen, so was gehört sich nicht", sagte Wagner. Für die Zuschauer, die Torunarigha beleidigten, forderte er schnelle Konsequenzen: "In England wird derjenige sofort gepackt und dann raus", berichtete der Coach, der von 2015 bis 2019 Huddersfield Town trainierte.

Club reagiert: "Null Toleranz"

Am Mittwochvormittag reagierte der FC Schalke auf die Vorwürfe. "Der FC Schalke 04 nimmt die Aussagen des Spielers von Hertha BSC, Jordan Torunarigha, hinsichtlich rassistischer Aussagen und Laute gegen ihn während des Pokalspiels am Dienstagabend (4.2.) sehr ernst", heißt es in dem Statement. "Gemeinsam mit der Polizei Gelsenkirchen, dem Sicherheitsdienst und internen Quellen, wie bspw. der kürzlich eröffneten #stehtauf-Anlaufstelle", werde der Fall ausführlich geprüft.

Hertha BSC stellte sich mit einem Tweet demonstrativ hinter seinen Spieler. "Wir stehen hinter dir, Jordan!", twitterte der Hauptstadt-Club.

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