Saudi-Arabien richtet 47 Menschen hin

06. Januar 2016 - 11:14 Uhr

Die Hingerichteten waren wegen Terrordelikten verurteilt

Saudi-Arabien hat 47 Menschen hingerichtet. Die Todesstrafen wurden wegen Terrorismus und Anstiftung zur Gewalt vollstreckt, wie die offizielle saudische Nachrichtenagentur 'SPA' meldete. 45 der Exekutierten sollen Staatsbürger Saudi-Arabiens gewesen sein. Zudem wurden ein Ägypter und ein Mann aus dem Tschad getötet. Der Nachrichtensenders 'Al-Arabija' berichtete, dass auch der inhaftierte schiitischen Geistliche Scheich Nimr al-Nimr hingerichtet wurde. Ihm war Ungehorsam gegenüber dem Herrscherhaus vorgeworfen worden.

Hinrichtungsplatz in Riad
Saudi-Arabien hat an nur einem Tag 47 Menschen hingerichtet.
© dpa, Peer Grimm

Inspiriert von den arabischen Aufständen hatten Angehörige der schiitischen Minderheit in der saudischen Ost-Provinz ab 2011 Demonstrationen gegen Diskriminierung organisiert. Saudi-Arabien hatte 2015 laut Menschenrechtlern so viel Todesurteile vollstreckt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Von Januar bis November waren demnach mindestens 151 Menschen hingerichtet worden, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mitteilte. Im gesamten Jahr 2014 waren laut Amnesty 90 Menschen hingerichtet worden.

Der Anstieg der Zahl von Hinrichtungen geht einher mit der Machtübernahme von König Salman. Er war Ende Januar nach dem Tod seines Vorgängers Abdullah auf den Thron gestiegen. Amnesty kritisierte, Saudi-Arabien setze das Todesurteil auch als politisches Instrument gegen die schiitische Minderheit im Land ein.

Fast die Hälfte der Todesurteile wurde wegen minderschwerer Vergehen ausgesprochen. 63 Menschen seien wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt worden. In Saudi-Arabien ist für zahlreiche Taten die Todesstrafe vorgesehen, darunter Mord, Vergewaltigung, Drogenhandel und "Hexerei". Die Verurteilten werden entweder öffentlich enthauptet oder erschossen.

Saudi-Arabien hat die 47 Hinrichtung verteidigt. "Diese Gruppe folgte den Fußstapfen des Teufels. Durch ihre terroristischen Taten ist unschuldiges Blut vergossen worden mit dem Ziel, die Stabilität in diesem Land zu erschüttern", erklärte das saudische Innenministerium in einer Stellungnahme, wie die Nachrichtenagentur 'SPA' berichtete.

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